Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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24 namen. Gangra in Paphlagonien soll von einer Ziege dieses Namens (fr. 42), Patara in Lykien von einer Schüssel (7ratäya nazavr! patera) der Salakia (fr. 81), Tarsos in Kilikien von der Fusssohle des Pegasos, die er sich daselbst verletzte (fr. 92), benannt worden sein*). Dass er auch in der Literaturgeschichte die landläufigen Geschichtchen nacherzählte, beweist fr. 52. Bei diesen und ähnlichen Namendeuteleien, Wunder- und Mythengeschichten ist nun freilich zu bedenken, dass sie Alexander sicherlich nur zum allerkleinsten Theile selbst ersonnen hat. Er citirt in allen seinen Schriften eine grosse Zahl von Autoren, denen er gefolgt• ist, und auch da, wo heute keine ältere Quelle mehr angegeben ist, lässt sich eine solche doch oft genug noch auffinden. Auf Abhängigkeit von früheren Forschern deuten unter anderen ,die Fragmente 2. 26. 131 und 135, und ausdrücklich bemerkt Photios (cod. 188), dass er auch in der Sammlung von Wundergeschichten viele ältere Schriften benutzt habe. — Die Genauigkeit, mit der er seine Gewährsmänner nennt, diese werthvollste Tugend eines Compilators, darf uns denn auch einigermaassen Bürgschaft für die Treue seiner Excerpte sein. Wenigstens würde er schwerlich so oft und so genau citirt haben, wenn er seine Quellen absichtlich gefälscht hätte. Vielerlei Irrthümer werden einem vielschreibenden, um Kritik unbekümmerten Excerptensammler wie Alexander allerdings in die Feder geflossen sein; nirgends aber findet sich auch nur die Spur bewusster Fälschung. Niebuhr**) hat ihn allerdings einer solchen bezichtigt und ein Verzeichniss albanischer Könige als betrügerisches Machwerk des Polyhistors verurtheilt. Die Ungerechtigkeit dieses Vorwurfs ist aber schon von Hülle man (p. 103) aufs bündigste nachgewiesen worden. Doch hiermit ist ein Urtheil über die Treue der Alexandrischen Excerpte nur unvollkommen gerechtfertigt; streng erwiesen könnte es werden, wenn es wie bei Eusebios’ Compilationen möglich wäre, eine Vergleichung derselben mit den Original werken vorzunehmen. Ein von Constantin Porphyrogennetos erhaltenes Fragment (de them. *) Vgl. auch fr. 26. 27. 29. 32. 33. 39. 48. 50. 112. **) Rom. Geschichte I 226. Vortr. über Rom. Geschichte I 108. Auch ein Verzeichnis spartanischer Könige soll ihm zufolge Alexander erdichtet haben (s. Vortr. über alte Gesch. I 227) — eine gleich grundlose Behauptung (s. Hulleman das.).