Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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23 Range eines Philon und Ezekielos, Trugschriften, wie der Geschichte des Artapanos, wird der Vorrang vor den Büchern der Bibel zuerkannt. Mag er daher mit Recht dercVielwisser5 oder wohl gar die personificirte 0Geschichte5* **)״') genannt worden sein (Sueton. a. a. O.): wie viel er auch weiss und wie viel Geschichte er auch geschrieben hat, ein wahres Wissen besass er ebensowenig, wie seine Geschichten wahre Geschichte sind. Es ist leicht, dies im allgemeinen ausgesprochene Urtheil des Näheren zu erweisen. In seinen 3Izcdixä finden wir die Unsitte der Griechlinge, die Ursprünge der italischen Dinge von Griechenland abzuleiten, bis zum Uebermaasse gesteigert (s. fr. 28. 29. 150). Abgeschmackte Etymologien, Mythen mit entschieden erotischer Fürbung sind allein von dieser Schrift noch übrig. Auch in anderen Fragmenten zeigt sich sein Streben, den Ursprung fremder Völker auf Griechenland zurückzuführen oder durch griechische Worte zu erklären, Griechisches und Fremdländisches zu mischen (fr. 32. Eus. ehr. Arm. p. 12. 14. 17 Zohr,). Pythagoras ist ihm ein Schüler des Zoroaster*־*) — denn dieser Name steckt in dem Nazaratos bei Clemens (ström. I 15 p. 357 Pot.) und dem Zaras bei Cyrill (adv. Jul. IX 133). Derselbe soll aber auch Galater und Brahmanen zu Lehrern gehabthaben(fr. 138). Pyrrho, der Skeptiker und Anaxarchos, der Anhänger Demokrit’s, sollen mit den indischen Gymnosophisten und den Magern verkehrt haben (fr. 146). Eine ergötzliche Probe seiner Wundersucht liefert das Märchen von einem gewissen Dantho oder Dando', der 500 Jahr alt geworden sein soll (fr. 30). Schlangen von 40 Ellen Länge hat er selbst gesehen (fr. 135 a). Er weiss genau, aus welchem Holze die Argo gezimmert war (fr. 147). — Ueberaus eifrig ist er in der oft ganz albernen Ableitung der Orts- *) Warum Hulleman annimmt, dieser Beiname sei ihm bloss im Scherze von den Zeitgenossen gegeben worden, ist schwer ersichtlich (p. 100 not. 4). Noch weniger aber wird ein unbefangenes Urtheil ihm zustimmen, wenn er (p. 140) den Untergang seiner historisch-geographischen Schriften zn den schwersten Verlusten rechnet, welche die Wissenschaft in dieser Art des Schriftthums erlitten hat. **) Uebereinstimmend hiermit ist das Excerpt aus Alexanders XalSuMa (Eus. ehr. Arm. p. 20 Zohr.). Da diese Nachricht also in zwei verschiedenen Schriften Alexanders sich fand, so ist nicht daran zu denken, dass Eusebios gegen seine Gewohnheit sie aus Abydenos (Eus. das. .p. 25) in das Excerpt aus Alexander aufgenommen haben sollte, was H. Niebuhr (Gesch. Assur’s S. 497 Anm. 1) annimmt.