Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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21 VII p. 245) erhalten ist und endlich, nach einer sehr begründeten Vermuthung, eine Sammlung von Wundergeschichfcen, die selbst dem Photios (bibl. cod. 188) als unglaubwürdig erscheinen. Wie viele seiner Schriften gänzlich untergegangen sind, das lässt sich auch nicht einmal vermuthungsweise feststellen. Ebenso müssen alle sonstigen Fragen nach dem Umfang und der Beschaffenheit derselben unbeantwortet bleiben. Aber scharf genug ist in diesen armseligen Resten seiner Werke der Charakter des Schriftstellers ausgeprägt. Alexander ist ein Vielwisser und ein Vielschreiber. Das lehren die Fragmente seiner Schriften besser als das Lob des hierfür nicht eben spruchfahigen Eusebios (pr. ev. IX 17) und besser als sein Beiname, der im Zeitalter der Polyhistorie nicht gerade schwer wog. Alexander ist Geograph und Historiker, Mythologe und Archäologe, Grammatiker und Naturforscher, Rhetor und Philosoph, und Niemand kann angeben, in wie vielen anderen Fächern menschlichen Wissens 'er in seinen uns jetzt verlorenen Schriften sich noch mag versucht haben. Aber nur Notizen- und Excerptensammlungen sind seine Schriften gewesen, keine in sich abgerundeten künstlerischen Leistungen, in denen der frische Geist eines wahrhaften Schriftstellers waltete und den ’aufgehäuften Stoff zu einem organischen Ganzen abrundete, die auch nur von ferne den Vergleich mit den herrlichen Sehöpfungen aushielten, welche die klassische Zeit Griechenlands hervorgebracht hat. — Und ebensowenig wie ein Künstler ist Alexander ein Forscher. Höchst selten hören wir ihn selbst sprechen; fast nie linden wir in den Fragmenten einen eigenen Gedanken als das Ergebniss selbständiger Forscherthätigkeit. Wie es wenig denkende Menschen meist zu thun pflegen, dass sie im Gefühle ihrer Schwäche auf die Worte Anderer schwören, so stützt sich auch Alexander überall auf fremde Autoritäten. Er scheint Aegypten gesehen zu haben und hat sein Vaterland, das westliche Kleinasien, gewiss gut gekannt; aber selten verräth ein Wort (wie in fr. 58. 108. 135a), dass er diese Länder mit eigenen Augen geschaut, dass er sie an anderen Orten kennen gelernt hat, als in seiner Studirstube und aus den Berichten früherer Forscher. Alexander gehörte eben zu den Gelehrten, die, unbekümmert um künstlerische Darstellung und um geschichtliche Wahrheit, ohne Geist und ohne Kritik Excerpt an Excerpt reihten, denen die anhaltende Beschäftigung mit der