Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2720904-2720965--018-2722698- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
17 überaus wenig wissen, weil wir ihn als selbständigen Schriftsteller heute gar nicht mehr und als Compilator nur aus einem ärmlichen Rest von Bruchstücken kennen, weil die Quellen seiner Sammelweike, wie es״-scheint, bis auf die letzte verschüttet sind und mit ihnen Kriterien seiner Methode, deren ganzer Werth bei der Untersuchung der Eusebischen Compilationen sich gezeigt hat. Es bleibt uns Nichts übrig, als zu versuchen, ob diese Trümmer seiner Werke zusammen mit den spärlichen Nachrichten über sein Leben sorgsamer Betrachtung einige Aufschlüsse über seine Schrift tcsqI vmv *lovdaiwv zu geben vermögen. Ueber sein Leben werden folgende Angaben uns überliefert.*״') Im westlichen Kleinasien geboren, zur Schule des Krates gehörig, aber nicht dessen unmittelbarer Schüler, kam er um die Zeit des Sulla nach Rom als kriegsgefangener Sclave des Cornelius Lentulus Sura, dessen Kinder er später unterrichtete. Von ihm freigelassen, ward er in spätem Alter Lehrer des berühmten Hyginus. Nicht unwahrscheinlich, aber unerweisbar ist es, dass der Polyhistor jener blutarme und grundehrliche Litterat ist, der den Triumvirn Crassus auf seinen Feldzügen begleitete (Plut. Grass, c. 3). Er starb bei einem Brande seines Hauses in Laurentum, was seine Frau Helena so tief bewegte, dass sie im Uebermaasse ihres Schmerzes sich selbst den Tod gab. — So unterscheidet sich sein Geschick nur durch das tragische Ende von dem so vieler seiner Landsleute in einer Zeit, da das siegreiche Rom zu Füssen des besiegten Griechenlands lag und griechische Sclaven zu seinen Lehrern machte. Eine lange Reihe von Männern könnte hier genannt werden, die wie Alexander in Griechenland geboren, als Sclaven nach Rom kamen, dort die Gunst edler Römer gewannen, ihre Lehrer wurden und Kunst und Wissenschaft eine behagliche Müsse weihen durften. — Zu vielen *) Von Suidas s. v. AXs^avöoog; Eudocia p. 62. Servius zu Vergil Aeneis X 3883 Sueton. de ill. gramm. c. 203 schol. zu Apollon. Rhod. I 925. Monograpkien sind zu nennen von Raucli De Alexandri Polyhistoris vita atque scriptis Heidelb. 1843 und die schon genannte von Hulleman in Miscellanea pliilologa et paedagoga I 87ff. Traj. ad Rhen. 1849. C. Müller Fragm. Hist. Gr. HI 206 ff. Derselbe (ib. sehr oft) und die Nouv. biogr. univers. I 908 erwähnen eine Abhandlung von Rumpf über den Polyhistor, die Feine andere ist als die genannte Rauch’s. Auf die Angaben dieser Schriftsteller, insbesondere auf Hullernan’s gelehrte, aber oft der Berichtigung bedürftige Abhandlung, sei, um die Citate nicht zu häufen, im allgemeinen für das Nachfolgende verwiesen.