Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2720904-2720965--011-2722691
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

10 handelt worden. Manches Exeerpt erhebt gar keinen Anspruch auf mechanische Treue, wie z. B. (VIII 2. 402 d) eine Stelle aus Josephus (Ant. XVIII 3, 1. B. J. II 9, 2), die daher auch von den Herausgebern nicht als wörtliches Citat hätte angesehen werden sollen, wie ferner (das. 403 a) ein Citat aus Philon (II 590 Mang.). Manches ist stark verkürzt, wie (VIII 2. 397 d) ein Exeerpt aus dem zw anzigsten Buche der Josephischen Antiquitäten (c. 10, 5), das Eusebios als dem achtzehnten Buche entnommen anführt. Das Meiste aber ist auch in der *Beweisführung"* mit gewohnter Treue und Genauigkeit copirt worden. — Etwas schlimmer steht es mit Eusebios Kirchengeschichte, in welcher am häufigsten die Versuchung zu kleinen frommen Fälschungen an ihn herantreten musste. Doch ist nur an Einem Orte erwiesen worden, dass Eusebios ein Exeerpt in der That gefälscht und, um Josephus mit der Apostelgeschichte auszugleichen, durch geschickte Aenderung einiger Worte einen Uhu in einen Engel verwandelt hat (s. Heimchen exc. II zur hist, eccl. III 356f.). Unerwiesen und unwahrscheinlich aber ist, was ,Heimchen daselbst im excurs I ausspricht, dass Eusebios der Vater des vielbesprochenen testimonium Flavianum sei; wie denn die sonstige Treue seiner Citate gegen jede Verdächtigung durch die oben (S. 4) genannten Schriften geschützt worden ist.‘*) Manche von den gerügten und von den hier nicht hervorgehobenen Ungenauigkeiten mögen nun freilich auf Rechnung später Copisten der Eusebischen Werke kommen, deren Nachlässigkeit nachweislich an unzähligen Stellen den Text geschädigt hat2. Trotzdem bedarf es keines weiteren Nachweises, dass Dindorfs Behaüptung in Betreff durchgängiger Treue der Eusebischen Abschriften zurückzuweisen ist. — Aber wir würden andererseits nicht minder fehlgehen, wollten wir nun mit Hulleman dem Eusebios den Anspruch auf gewissenhafte Ueberlieferung seiner Excerpte überall absprechen, wo er, wie bei den Fragmenten Alexanders, durch den Text der Schriftsteller selbst nicht controlirt werden kann, oder wollten wir ihn gar der Verfälschung seiner Excerpte bezichten. Wie nahe auch die oben (S. 6) angeführten Beispiele einer Entstellung der Wahrheit kommen mögen, wie stark auch Unkritik und Leicht- *f S. auch Moeller De fide Euseb.; Rienstra de fontibus ex quibus liausit Euseb.; Kestuer De Euseb. auetoritate.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.