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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
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7 starken Veränderungen mittheilt, so geschieht das offenbar, weil er den Weg möglichst unkenntlich machen will, auf dem er zu diesen Citaten gelangt ist. Eusebios ist nämlich ebenso belesen in der neueren, wie wenig bewandert in der älteren Litteratur der Griechen. Die bei weitem grösste Zahl seiner Citate verdankt er Schriftstellern, die nicht jenseits des ersten nachchristlichen Jahrhunderts gelebt haben. Diese sind es wohl vornehmlich gewesen, welche er in den reichhaltigen von ihm benutzten Bibliotheken des Bischofs Alexander und des Presbyters Pamphilos vorfand (s. hist. eccl. VI 20. VII 32), und zu denen auch seine Hinneigung zu Origenes’ neuplatonisch gefärbter Schule ihn führte. Von Werken älterer Autoren sind es neben Xenophon’s Denkwürdigkeiten nur Platon’s Schriften, die er fleissig gelesen hat und am häufigsten citirt, ohne jedoch sich die Mühe zu nehmen, sie gründlich verstehen zn lernen.*) Die ganze stattliche Reihe älterer Autoren jedoch, welche Fabricius (bibl. Gr. VII 346 f. Harl.) aus der 0Vorbereitung'* aufführt, ist bis auf einen geringen Rest Sammelwerken entnommen, wie die des Polyhistors, des Josephus, des Clemens und des Porphyrios waren. Trotzdem legt er Werth darauf, gerade in der älteren Litteratur wohlbewandert zu sein und versichert für eine bestimmte Untersuchung ausdrücklich (IX 42. 458 d), dass er an Zeugnissen alter und neuer Schriftsteller Ueberfluss habe ('710Xvg d£ äXXog f.ictQtVQOov 1SjßTv 0%X0q naXamv xal vsoov (XvyyQacpäoiV imQQeT'). Nicht ungern benutzte er daher bei den oben erwähnten Namen die Gelegenheit, sein Werk mit so erlesenen Stücken zu zieren und sich den Anstrich der Belesenheit auf einem Gebiete zu geben, das er in Wirklichkeit nur oberflächlich kannte. Zuverlässiger als den Namen und Schriftstellen der von ihm excerpirten Autoren zeigt sich Eusebios dem Wortlaute seiner Vorlagen gegenüber. Allerdings gestattet er sich bisweilen kleine Aeoderungen des Textes, am häufigsten in den Anfangsworten der Excerpte. Oft verkürzt er seine Vorlage, beseitigt Doppelglieder, *) Das schlagendste Beispiel hierfür findet sich wohl XIII 1. 639 c, wo er eine Stelle aus Platon’s Timäos als Beweis für dessen Verwerfung griechischer Götterlehre anführt, während er in demselben Buche dieselben Worte benutzt, um am Beispiele des Philosophen 7uxt £^0%71v zu erweisen, wie tiefe Wurzeln der Götterglaube im griechischen Volke geschlagen habe (XIII 14. 692b).

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