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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1873-01-01 · 1873 · page 28

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
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26 geschieht.יי) Von derselben Art ist das Gebet, welches Joel den Priestern gewissermassen vorsagt. ״Sprechet: Erbarme Dich Deines Volkes und gieb Dein Erbe nicht der Schmach preis, dass Völker über sie herrschen sollen, warum soll man unter den Völkern sprechen, wo ist ihr Gott?“ So sollen sie beten. Joel deutet damit an, dass Priester und Volk nicht den Himmel um Getreide und Wein bestürmen (vergl. Hosea 7, 14), sondern Gott anflehen mögen, dass er um seines heiligen Namens willen sich seines Volkes erbarmen möge, damit sein Name unter den Heiden nicht gering geachtet und entweiht werde, wenn diese sein Volk in Ohnmacht sähen. Es liegt in diesem Gebete das Bekenntniss der eigenen UnWürdigkeit. Das Volk soll sich eingestehen, dass es kein Erbarmen verdient, und dass Gott es nur um Seinetwillen thun möge. Zu einem solchen Gebet mögen die Ahroniden das ganze Volk, Alt und Jung, zusammenberufen. Die scheinbare Aufforderung zu einer Bussversammlung ist daher hier (II. 15 —17) in gesteigertem Maasse ausgedrückt (eine kräftigere Wiederholung von I. 14, II. 1). So weit die erste Hälfte oder die Einleitung der Joel’schen Rede, in vier Absätzen. Die zweite Hälfte, deren Inhalt nicht erst auseinandergesetzt zu werden braucht, hat ebenfalls vier Absätze: der erste (II. 19—27) Verheissung von Fruchtbarkeit und Segen־, der zweite (Kap. III.) Verheissung der Ausgiessung des Geistes der Prophetie über alle . ־ *) Vergl. Hosea 6, 1—3; 14, 3—4; Jeremia 3, 22—25; 14, 7—9. Zu beachten ist besonders das lange Gebet Jesaia 63, 7 bis Ende 64. Dass es ein fingirtes Gebet ist, d. b7 dass der Prophet wünschte, das Volk möge in der Art beten, geht aus dem unmittelbar Folgenden hervor (65, 1) 'נדרשתי ללא שאלו נמצאתי ללא בקשני וגו d. h. ״Ich habe mich zur Erhörung bereit erwiesen für diejenigen, welche mich nicht gebeten haben, ich habe mich finden lassen für diejenigen, die mich nicht gesucht haben.“ Vergl. auch oben S. 10 Note über das Gebet im Psalm 85.

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