Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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mittel, dass der Tag des Herrn nah sei (V. 15). — Der dritte Absatz. (II. 1—15) beginnt wieder mit einer Apostrophe: ״Ihr möget in das Horn stossen auf Zion.“ Die Schilderung kehrt zur Plage der Heuschrecken zurück, indem sie die qualitative und quantitative Intensivität derselben hervorhebt, auch die Plage der Gluthhitze nimmt sie wieder auf; diese Schilderung ist ausserordentlich drastisch und poetischanschaulich. Auf den ersten Blick bietet dieser Absatz nichts Heiles; die Steigerung liegt aber schon in der Betonung der Ausserordentlichkeit, dass zwei Plagen vereint das Land in eine Wüste vewandelt haben, und der Effekt wird noch erhöht durch die Erinnerung an das Erdbeben mit seinen erschreckenden Erscheinungen. Die Schilderung bringt nämlich das Erdbeben mit der Heuschreckenplage in zeitliche Verbindung. ״Vor ihr erzitterte die Erde, erbebte der Himmel“ etc. ״Der Herr hat vor seinem Heere (vor dem Eintreffen desselben) seine Stimme erhoben“ (V. 10, 11). Das Erdbeben wird als Vorläufer der beiden, vereint aufgetretenen Calamitäten bezeichnet. Diese Reihenfolge der Leiden mit ihrem aussergewöhnlichen Charakter bestätigten dem Propheten die Voraussetzung von der Nähe des grossen Tages. Weil so in diesem Absätze die höchste Steigerung der Plagen gipfelt, hebt der Prophet die Erwartung dieses Tages zweimal hervor (V. 1 und 11). Folgendes Moment ist noch in diesem Absätze zu beachten. Bisher hatte der Prophet auch nicht mit einem Worte angedeutet, dass die Plagen von Gott verhängt worden seien. Erst nachdem er durch die Thatsachen der aussergewöhnlichen Heuschreckenschwärme, des ihnen vorangegangenen Erdbebens und der sie begleitenden Dürre sich zur Schlussfolgerung berechtigt glaubte, dass die Plagen Vorläufer einer grossen Zukunft sein müssen, macht er die Zuhörer darauf aufmerksam, dass diese Erscheinungen nur von Gott bestimmt sein können. Die Heuschrecken sind Gottes Heer