Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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23 welche diese Verwüstung in den Gemüthern erzeugt hat. — Der zweite Absatz (I. 13—20) beginnt ebenfalls apostrophiseh an die Ahroniden: ״Ihr möget euch in härene Gewände kleiden und trauern . . . ihr möget einen Fastentag weihen, einen Busstag zusammenrufen“ etc. In diesem Absatz liegt eine Steigerung: der Leiden sind noch mehr. Die Gluthhitze und ihre Wirkungen werden darin geschildert: dass selbst die Vorräthe früherer Ernten verdorben, selbst die Triften in der Wüste für die Heerden verdorrt und auch die Wasserbäche ausgetrocknet sind. Wenn auch der Halbvers (17): עבשו פרחת חהח מגרפתיהם noch dunkel ist (wahrscheinlich bedeutet es die getrockneten Feigen und Granaten unter den sie bedeckenden Erdlagen), so weist doch der zweite Halb vers נשמו אוצרות נהרסו ממגרות darauf hin, dass diese Schilderung von den Getreidespeichern und Fruchtbehältern spricht, dass auch diese von der Dürre und Hitze gelitten haben. In Folge der Dürre irren die Rinderheerden ohne Weide umher, selbst die Kleinviehheerden, die sich sonst von dürftigen Wüstenpflanzen nähren, sind verschmachtet. (Das גס in V. 18 ist zu beachten: .(ג□ עדרי הצאן ״Sogar die wilden Thiere - (בהמות שרה) lechzen, denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet und Feuer verzehrte die Triften der Wüste“. In dem ersten Absatz war also nur von der Verwüstung der Bäume und Saatfelder die Rede und zwar durch die Heuschrecken. In der zweiten dagegen ist von den Heuschrecken keine Rede, sondern von der Calamität der Dürre, welche selbst die Triften und Wüsten, die von den Nagern verschont geblieben, verödet hat. Diese zweite aussergewöhnliche Erscheinung benutzt der Prophet als Beweis- שדד דגן הוביש תירוש verdeutlicht den ersten, dass unter שרה und אדמה nur Getreidefeld und Gartenland zu verstehen ist. Von den Triften ist hier noch keine Rede.