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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1873-01-01 · 1873 · page 24

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720941--23-2722655
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22 niederzubeugen? Nein, aufrichten und erheben wollte er es. Er führte ihm in der poetisch unvergleichlichen Rede vor, dass die Unglücksfälle und die Leiden nur ein Uebergangsstadium seien, dass Gott sein Volk nicht verlaSen habe, dass er noch immer auf Zion, seinem heiligen Berge, weile, dass er däs Volk vielmehr durch die gehäuften Prüfungen läutern wolle. Die Calamitäten seien als Vorzeichen des Tages des Herrn anzusehen, der allerdings furchtbar sei, aber eine Läuterung im Innern und sichere Zustände nach Aussen herbeiführen werde. Das ist das kurze Resume der Prophetie. Sie ist formell kunstvoll angelegt. Zunächst zerfällt sie in zwei gleiche Hälften, und zwar dient die erste als Einleitung zur zweiten, wie schon hervorgehoben. Diese Einleitung schildert die Leiden in ihrer Intensivität und betont das Moment, dass gerade in dieser Intensivität das Anzeichen liege, dass nicht der Zufall sie aneinandergereiht habe, sondern dass dadurch die Nähe des Tages des Herrn angekündigt werde. Die Schilderung bildet eine aufsteigende Klimax in drei Absätzen, und dazu kommt noch eine vierte Abtheilung hinzu, welche den Abschluss bildet und gewissermassen die Nutzanwendung macht, um zur zweiten Hälfte der Rede überzugehen. Die Einleitung zerfallt demnach in vier Parcellen; alle vier haben einen ähnlichen Eingang, nämlich eine Apostrophe an das Volk oder an eine Volksklasse. Der erste Absatz (I. 1—12) beginnt mit einer Anrede: ״Höret das ihr Greisei“ etc. Er schildert nur vorübergehend die Heuschrecken, verweilt vielmehr bei den Verwüstungen, die sie angerichtet haben, ganz besonders an Baum- und Feldfrüchten, 1j und hebt die traurige Stimmung hervor, x) Der erste Halbvers 10 scheint zwar von einer Verwüstung im Allgemeinen, auch von dem Weideland zu sprechen; allein der zweite Halbvers:

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