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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1873-01-01 · 1873 · page 21

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720941--20-2722652
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Darum wird gleich im Eingänge darauf aufmerksam gemacht: die Greise mögen sich erinnern, ob dergleichen in ihren Tagen vorgekommen sei, oder ob sie von ihren Vorfahren dergleichen erzählen gehört hätten (I. 2). Die Heuschrecken- Verwüstung in ihrer Intensivität und mit ihren Begleitern seien nicht Zufall, sondern glaubwürdige Vorboten einer nah bevorstehenden sittlichen Weltordnung, die sich durch Schrecknisse ankündige. Die Schilderung der Calamität und der begleitenden Erscheinungen in der ersten Hälfte hat demnach einen oratorischen Zweck; darum verweilt sie so lange dabei und unterbricht sich einigemal nur, um den Grundgedanken auzubringen, dass der Tag des Herrn nah sei, um dessen* willen sie dem zuhörenden Publikum eigentlich vorgeführt wird. Diese Schilderung gliedert sich logisch und poetisch angemessen ab. Doch ehe die abgerundete Gliederung der Schilderung der ersten Hälfte der Joelschen Prophetie auseinandergesetzt wird — wodurch die Zusammengehörigkeit derselben mit der zweiten Hälfte noch überzeugender dargethan ist — ist es erforderlich, die physische und politische Lage des Landes Jehuda in dieser Zeit zu vergegenwärtigen. Erst dadurch kann die Prophetie in allen ihren Theilen verständlich werden und die oratorische Bedeutsamkeit des Propheten voll heraustreten. Diese Lage soll hier nur nach Andeutungen in der Joelschen Schrift gegeben werden, ohne Zuhilfenahme der Data bei den zeitgenössischen Propheten, weil die Zeitgenossenschaft derselben von einigen Forschern streitig gemacht wird. Die physische Lage des Landes war zur Zeit, als der Prophet zum Volke sprach, höchst betrübend. Nicht nur hatten Heuschreckenschwärme verschiedener Art1) einige Jahre ג) Darin hat wohl Hilgenfeld Hecht, dass die Aufzahlung der vier Gattungen der Heuschrecken nicht ein faktisches Vorkommniss andeutet sondern einen poetisch-oratorischen Effekt erzielen will.

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