Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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17 Unwetter vom Herrn trifft er ein“ (I. 15). ״Stosset ins Horn in Zion ... es mögen alle Bewohner des Landes erzittern, denn der Tag des Herrn trifft ein, denn er ist nah“ (II. 1). ״Denn gross ist der Tag des Herrn und fürchterlich, und wer vermöchte ihn zu ertragen“ (n. 11). Bemerkenswerth ist noch die Gleichheit der Schilderung der ausserordentlichen Erscheinung in. der ersten und zweiten Partie. Hier in der zweiten Hälfte malt der Prophet in kräftigen Zügen die Wehen und zugleich den glücklichen Ausgang des grossen Tages. Völkerhaufen werden sich gegen Israel schaaren und waflfnen, aber der grosse Tag wird diesen Völkern Untergang und Israel Heil bringen. ״Völkermenge, Völkermenge im Thale der Entscheidung (des Gerichts), denn nah ist der Tag des Herrn im Thale der Entscheidung. Sonne und Mond sind verdunkelt und die Sterne haben ihren Schimmer eingezogen. Der Herr wird von Zion aus donnern und von Jerusalem aus seine Stimme erheben. Himmel und Erde werden erbeben etc. (IV. 14, 6). Dieselbe Schilderung und mit denselben Worten enthält auch die erste Hälfte: ״Vor ihm (dem Heuschreckenschwarm) erzitterte die Erde, erbebte der Himmel, Sonne und Mond sind verdunkelt und die Sterne haben ihren Schimmer eingezogen. Der Herr hat seine Stimme vor seinem Heere erhoben“ (II. 10—11). Diese Parallele in den beiden Partien liefert den Schlüssel zum Verständniss der ganzen Anlage der Joelschen Prophetie und selbstverständlich auch zur Erkennung ihres einheitlichen Gusses, und es ist erstaunlich, dass die Ausleger und selbst Delitzsch, der fast darauf stiess, diesen Schlüssel übersehen haben. Das deutliche Anklingen der ersten Partie an den Grundton der zweiten bestimmt das Verhältniss beider zu einander: jene bildet das Präludium zu dieser, die Einleitung zu dem Grundgedanken, dass der Tag des Herrn nah’ sei und eine umgestaltende Wirkung haben werde. 2