Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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8 Analogie, welche Delitzsch herbeizieht, trifft nicht zu, spricht vielmehr gegen seine Annahme. Der König Josaphat hatte eine Festversammlung zusammenberufen, weil feindliche Völker in Judäa eingefallen waren. Der König flehte um Abwendung der Gefahr, und inmitten der Versammlung kam der Geist Gottes über Jachaziel, einen der Assaphiden, dem König und dem Volke Sieg zu verheissen. Hier ist׳ aber ausdrücklich angegeben, dass Jachaziel plötzlich irispirirt worden war, eine Wendung zu verkünden:!ויהדאל * ♦ היתד עליו רוח ה׳ בתוך הקהל ויאמר וגי (Chronik 11. 20,14). Die historische Zwischenbemerkung hätte auch in Joel so lauten müssen, wenn sie denselbenJEindruck hätte hervorbringen wollen, dass Gott plötzlich durch den Propheten habe kund geben wollen, er habe das Gebet erhört. Noch ein anderes Beispiel beweist ׳־ die Unhaltbarkeit des von Delitzsch vorgeschlagenen Ausgleiches. Der Prophet Jesaia hatte den Auftrag, dem König Hiskija zu verkünden, dass er von seiner Krankheit nicht mehr aufstehen werde. Da aber der König sich in inbrünstigem Gebete an Gott gewendet hatte, erging an den Propheten die Weisung, seine drohende Verkündigung zu widerrufen und ihm Genesung zu verheissen. Hier wird durch eine historische Bemerkung scharf betont, dass eine Wendung eingetreten ist: ״Ehe Jesaia noch den inneren Vorhof des Palastes verlassen hatte, ist das Wort an Jesaia ergangen: kehre um und sage Hiskija, so spricht Gott . . . ich habe dein Gebet erhört“ (Könige II. 20, 4—5). Auch in Joel durfte diese Zwischenbemerkung nicht fehlen: ויהי בכלות היה אל יואל לאמר שוב ואמרת אל העם.. r! הבחנים להתפלל ורבר שמעתי וגי,, wenn auf die düstere Rede sofort eine rosenfarbige, heilverheissende gefolgt wäre. Es klänge allerdings sehr prosaisch, aber da einmal eine solche Copula beliebt ist, so hätte die vorgeschlagene doch wenigstens den Vorzug der Unzweideutigkeit.