Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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7 längere Reden gehalten worden. Unklar ist Ewalds Ausgleichung. ״Beide Reden erklären einander“. Woraus dann auch folgt, dass wir in den beiden Reden mit der kurzen Zwischenbemerkung ״ein in sich geschlossenes Ganze besitzen.“ Das heisst nicht anders, als zwei sind doch nur eins. Denn nach Ewalds Annahme soll doch die zweite Rede erst dann erfolgt sein, als ein reichlicher Regenguss gefallen war. Es mögen also einige Stunden zwischen der einen und der andern verflossen sein. Es muss aber auch durch den unerwartet eingetretenen befruchtenden Regen eine andere Stimmung sowohl im Gemiithe des Volkes, wie in dem des Propheten erregt worden sein. Und von diesem Allen soll uns der Prophet keine Kunde gegeben, sondern einfach die eine Rede an die andere angereiht haben mit der räthselhaften Zwischenbemerkung: ״Der Herr antwortete und sprach zu seinem Volke, ich werde euch senden“ etc.? Delitzsch scheint wegen dieser Verlegenheit die Pause zwischen beiden Reden verkürzt zu haben. Während die Priester im Tempel im Gebet um Abwendung der Plagen und um Regen flehten, sei der prophetische Geist über den Propheten gekommen, dass Gott dieses Gebet erhört habe. Delitzsch denkt sich also, dass der Prophet die zweite Rede sofort beim Heraustreten der Priester aus dem Tempel gehalten habe. ״Die zwei an Umfang gleichen Hälften sind durch die geschichtliche Zwischenbemerkung äusserlich und innerlich mit einander verbunden. Die erste Hälfte enthält den immer dringlicheren Bussruf des Propheten inmitten der furchtbaren Landplage, die zweite Hälfte die göttliche Verheissun^ ihrer Beseitigung und einer neuen herrlichen Zukunft. Der Bussruf des Propheten ist nicht vergeblich gewesen, jene Verheissung ist die Erhörung, welche Gott ihm kund thut durch den Mund seines Propheten“ (das. S. 313). Allein auch diese Erklärung kann nicht befriedigen. Immer vermisst man die Andeutung, dass eine Wendung eingetreten sei. Die