Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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5 die nach der Busse, mit einer kurzen geschichtlichen Zwischenbemerkung zusammen.“ ג) Delitzsch denkt sich die Pause zwischen beiden Reden noch kürzer. Auch er nimmt einen vom Propheten eigens veranstalteten Bussgottes־ dienst an, und inmitten der Festversammlung sei der Geist Gottes von Neuem über den Propheten gekommen, und ״was er da sprach, ist der Inhalt der zweiten Hälfte dieses Buches.“2) Diese und andere Exegeten, welche sich die Dauer der Pause noch weniger klar gemacht haben, zerlegen demnach Joels Schrift in zwei zu verschiedenen Zeiten oder Tageszeiten gehaltene Reden. Die Vertreter der Dichotomie fühlten sich aber in ihrer Annahme nicht ganz sicher und hoben in einem Nachsatze das wieder auf, was sie im Vordersätze behauptet hatten. Denn gegen die Zweitheiligkeit spricht entschieden der Umstand, dass keine scharf markirende Scheidegrenze zwischen der angeblich ersten und zweiten Rede wahrzunehmen ist. Zwei Hälften oder Partien bestehen wohl, aber sie fliessen so unmerklich in einander, dass sie sich vielmehr wie eine einzige Rede, aus einem Gusse gehalten, ausnehmen. Daher differiren die Ausleger über die Grenze zwischen der einen und der anderen Rede. Credner theilt der ersten Rede das erste und zweite Kapitel zu, und die übrigen zwei Kapitel sollen den Inhalt der zweiten Rede ausmachen. Die meisten Ausleger lassen die zweite Rede mit Kapitel H. V. 20 beginnen. Die Vertreter der Dichotomie haben zwar den auffallenden Umstand, dass die beiden Hälften Beziehungen zu einander haben, nicht übersehen und haben daher zu einem Nothbehelf der Erklärung gegriffen. E. Meier denkt sich das Sachverhältniss folgendermassen. Ursprünglich habe der Prophet zwei ver- ג) Ewald, Propheten des alten Bundes I. 1, S. 66. 2) Zeitsclir. Rudeibach und Guerike S. 314.