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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1872-01-01 · 1872 · page 31

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1872
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720937--30-2722600
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20 setzer, auch Onkelos ünd die Septuaginta, als Paraphrasten zu bezeichnen, da sie nicht selten manches Wort, auch manche kleinere Stelle den Textesworten anfügen. Allein die alten Uebersetzer hatten, wie es wiederholt bemerkt wurde, das Yerständniss im Auge, dieses betrachteten sie als die nächste Aufgabe des Vertenten, und sie waren als Uebersetzer von Religionsschriften, deren eigentliche Aufgabe war, sie zur allgemeinen Kenntniss zu bringen und hierdurch religiöse Gefühle zu verbreiten — von Onkelos ist dieses gewiss, dem Entstehen der Septuaginta hat zwar die Sage ein anderes Motiv untergelegt, eine nähere Bekanntschaft mit dieser Version offenbart jedoch, dass sie nicht für einen Ptolemäer, sondern für die Juden Alexandriens verfasst wurde — vollständig in ihrem Rechte. Da nun der eigentliehe Sinn des Textes bei ihnen nicht verloren gehet, auch an vielen Stellen der Text treu wiedergegeben ist, gelten sie uns als Uebersetzer. Anders gestaltet sich das Yerhältniss bei Jonathan. Er fügt nicht nur dem Texte Manches zum Yerständniss hinzu, seine Ueber- Setzung ist auch reich an unnöthigen Zusätzen, er bedient sich der weitesten Umschreibung, so dass nicht selten der Text in der Um- Schreibung fast verloren gehet, schiebt dem Text nicht nur hagadische Deutung unter, sondern es fliesst Uebersetzuug und Erklärung in der Weise zusammen, dass die Erklärung die Uebersetzung verdrängt, mitunter sogar die Erklärung nichts mit dem Texte gemein zu haben scheint. Wohl mochten die prophetischen Schriften aus dem früher angegebenen Grunde zur Paraphrase einladen, allein dieses reicht für die Paraphrase, wie wir sie in Jonathan begegnen, nicht aus: Jonathan wurde von dem oben bezeichneten Geiste seiner Zeit und es ist, wie sich weiter ergeben wird, noch hinzuzufügen, von dem Geschmacke seiner Zeit beeinflusst. Hierin liegt auch der Aufschluss, dass wir der Paraphrase nur bei Jonathan und nicht auch bei der Septuaginta und anderen Uebersetzern.׳ der Propheten begegnen. Gehen wir an die genauere Betrachtung der Paraphrase Jonathans. Sie zeigt sich als Amplification und als Umschreibung. Wir besprechen zuerst die Umschreibung, weil sich auch Onkelos ihrer häufig bedient. Onkelos vermeidet, wie bekannt, die Metapher, gehet überhaupt jedem poetischen Bilde aus dem Wege und schreibt es in den realen ihm zu Grunde liegenden Begriff um. So Genes.

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