Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1872
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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5 und derselben Person, in Palästina nannte man ihn Ekilas, in Babylonien Onkelos. Gekört jedoch die Üebersetzung des Onkelos Aquila an und bat Aquila auch eine aramäische üebersetzung verfasst? Dieses muss * * entschieden verneint werden. Wir wollen nicht den Punkt urgiren, dass Aquila die ganze Schrift übersetzt hat, die Ueber- Setzung Onkelos’ hingegen nur den Pentateuch umfasst. Noch weniger ist Gewicht darauf zu legen, dass, wie bekannt, Aquila’s Version eine sclavisch treue, die des Onkelos hingegen zwar auch treu ist, aber dem Verständniss Rechnung trägt und daher nicht selten manches den Text erläuternde Wort, auch manche kleine Stelle einschiebt: dieses ist in dem den beiden Uebersetzungen vorschwebenden Ziele begründet. Die griechische üebersetzung war ausschliesslich zu einem polemischen Zwecke unternommen. Die Christen, des Hebräischen unkundig, kannten die Schrift nur aus der schon an sich ungenauen und später absichtlich und unabsichtlich gefälschten Septuaginta1), führten aus ihr in ihrer Polemik mit den Juden Beweisstellen für den christlichen Glauben an und es wendeten vergebens die Juden ein, der hebr. Text habe entweder diese Stellen gar nicht oder sie finden sich in ihm in anderer Bedeutung. Aquila verfasste daher eine strikte wortgetreue griechische üebersetzung, die die christl. Polemiker über das Unechte in der Septuaginta belehren sollte. Hingegen sprechen innere Gründe offenbar dagegen, dass Aquila der Verfasser des Targum Onkelos sei. Zunächst eine Confrontation der beiden Uebersetzungen. Die Version Aquila’s ist an vielen Stellen und zumeist zu ihrem Nachtheile verschieden von der des Onkelos: Aquila zeigt häufig geringe Kenntniss der hebräischen Sprache, Onkelos ist mit ihr vollständig vertraut2). — Einen nicht minderen Beweis, dass Aquila nicht der Verfasser der Onkelosischen Üebersetzung sei, liefert das Idiom dieses Targum. Die aus Babylon zurückkehrenden Exulanten hatten, wie oben erwähnt, die aramäische Sprache mitgebracht, durch die nähe Berührung mit Syrien (סוריא) bekam jedoch der Volksdialekt eine syrische Färbung und wandelte sich in West- Vgl. Vorstudien zu der Septuag. und das geführte Citat. v a) Vgl. Note zu Ende dieser Abhandlung. das. S..69 aus Hieronymus an-