Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1872
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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3 hier der Soferim bedürfte, da die Ausübung des Gesetzes nicht in Frage kam. Doch erlangten auch diese Uebersetzungen scbwierigerer Stellen Autorität und scheinen, wie sich weiter ergeben wird, traditionell geworden zu sein. Nur den zu Alexandrien lebenden und die daselbst herrschende, mit der hebräischen auch in der entferntesten Verwandtschaft nicht stehende griechische Sprache sprechenden Juden war eine vollständige Uebersetzung Bedürfnis's. Wir hesitzen auch eine solche, bekannt unter der Benennung «Septuaginta»; und auch hier weiset Manches darauf hin, dass die vollständige Uebersetzung des Pentateuchs sich erst allmälig herausgebildet hat 1). Ein anderes Verhältnis als beim Pentateuch zeigt sich bei den Propheten. Dort war der gesetzliche Theil durch die Soferim erklärt, der nichtgesetzliche Theil mit Ausnahme schwieriger Stellen unübersetzt; bei den in hohem poetischen Fluge verkündenden und die Zeitbeziehungen im Auge habenden Propheten mussten gar viele Stellen unverständlich sein und machten eine Uebersetzung unabweisbar. In der That wird auch die Uebersetzung der Propheten einem älteren Autor als die des Pentateuchs zugeschrieben; jene soll von Jonathan, einem Schüler des im 1. Jahrh. ante lebenden Hillel ausgegangen sein, diese Onkelos den Proselytenneffen Hadrians zum Verfasser haben2). Wir besitzen eine aramäische Uebersetzung zum Pentateuch, die zur Aufschrift אונקלוס hat, und eine aramäische Ueber- Setzung zu den Propheten, die bei den früheren Exegeten unter יונתן oder ח״י (Abbreviatur von תרגום יונתן) angeführt wird. Der Version des Onkelos wurde von jeher viele Sorgfalt gewidmet, die schwierigere des Jonathan wird nur beiläufig erwähnt. Die gegenwärtige Untersuchung setzt sich zum Ziele: Einiges über den eigentlichen Autor des Prophetentargums zu bringen, auf die Uebersetzungsweise dieses Targums im Allgemeinen einzugehen, endlich manche Proben dieser Uebersetzung zu bringen. ף Die griechische Uebersetzung der Propheten und Hagiographen ist zweifellos später als die des Pentateuchs erfolgt, aher auch die Uehersetzung des Pentateuchs ging nur allmälig vor sich. Vgl. Frankel, Vorstudien zu der Septuaginta § 8. Ueber . den Einfluss der paläst. Exegese auf die alexandr. Hermeneutik § 41. ף Bah. t. Megiiia 3a vgl. auch das.דאורייתא מיפרשא מילחא דנביאי איכא מילר דמיפרשן ואיכא מילי דמיסתמן• 1*