Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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107 ושנה בו דברים והחליף בו מאמרים) und zwar so, dass es nach Inhalt und An- Ordnung mit dem Mischne Tora des MATM. nunmehr übereinstimmte. Der Grund und Ursprung der bemerkten materiellen Unterschiede zwischen unserem Sef. Jiam. und demjenigen, welches NACHMANIDES und dem Verfasser des Chinnuch Vorgelegen, ist also klar. In dem aus Nr. 230, 1 des Ghinnuch und der (zweiten) Einleitung des NACHMANIDES angeführten Falle hat MAI- MONIDES die bezüglichen Stellen in Kegel 9, Gebot 120. 128 und Verbot 210. 212 nach Mischne Tora (7—1 ל1 ה, מחנות עניים) berichtigt und so allen Einwürfen des NACHMANIDES bestens vorgebeugt, ohne dass dieser davon eine Ahnung hatte1). Vielleicht dürfen wir auf Rechnung dieser Umarbeitung eine Abweichung des Ghinnuch (Nr. 489) von unserem Sefer hamizioot setzen, auf welche es wider seine Gewohnheit trotz deren Bedeutsamkeit mit keinem Worte hinweist2). Die Schwierigkeit ist beseitigt, wenn wir annehmen, dass Ghinnuch es so in der von ihm benutzten, der älteren Recension folgenden Uebersetzung gefunden, während unser Sef. ham. auch in diesem Punkte ein Ergebniss der vorgenommenen Umarbeitung darbietet. II. Dass MAIMONIDES auch sein Werk Mischne Tora umgearbeitet habe, zeigt sich an etwa folgenden Beispielen. 1. Ghinnuch 9, 4 ונוהגת מצור, זו של קידוש בכור בהמה טהורה מדאורייתא בארק ישראל בלבד בכל זמן ומדרבנן אף בחוצה לארק folgt zunächst dem Gebot 79 des Sef. hamizwot, aber wahrscheinlich auch der vielseitig bezeugten älteren Recension von Mischne Tora י1 ה, בכור s: מצות בכור בהמה טהורה אינה נוהגת אלא בארק הרי הוא [בכור ח״ל] כחולין Diesen Wortlaut theilt BEN ADERET (JResp. I, 331 u. 427) mit, und NACH- MANIDES bekämpft den ebenso lautenden Satz des MAIMONIDES kurz in der genannten Einleitung zu den פרטי המצות des Sef. ham., nachdem er in seinen Hälachot (zu Bechorot, V Schl.) ausführlich seine Gegengründe3) vorgetragen. Schon R. JOSEF KARO (im Kesef mischne z. St.) macht darauf aufmerksam, dass eine solche Lesart dem R. ABT?.ATTAM b. DAVID (ראב״ד) Vorgelegen, 1l Auf die Umarbeitung macht, wie ich nachträglich bemerkte, auch stein- Schneider im Gatal. Bodl. p. 1881 aufmerksam, wo zugleich die Vermuthung des r. zemach duran in זהר הרקיע angeführt wird, nachmanides habe die Ueber- Setzung von ABRAHAM ibn CHASDAI benutzt. Der hier gegebene Nachweis macht jene Umarbeitung durch mehrere Proben anschaulich und erhebt das nur Vermuthete zur Gewissheit. 2) Das Genauere ist oben S. 20 Anm. 2 mitgetheilt. 8) R. jes. Berlin erhebt in s. Anm. zu Ghinnuch a. a. O. denselben Einwurf (הרי חובת הגוף היא) gegen diese Schrift, wie nachmanides gegen maimonides.