Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2720939--108-2722530- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
106 Sefer hamizwot mit den Citaten aus demselben ergeben. Auch hierbei gehen Nachmanides und der Verfasser des Ghinnuch Hand in Hand, zum Beweise für die gleiche Gestalt des von ihnen benutzten Sefer hamizwot. Auffällig, wenn auch untergeordneter Art, ist die Nichtübereinstimmung mit unserem Sef. Jiam. in der Reihenfolge der aufgezählten Gesetze: so, wenn Ghinnuch (188, 4 Schl.) aus Verbot 347 anführt, was bei uns in 358 sieh findet, oder (24, 4) aus Verbot 313, was bei uns Verb. 321 ist; wenn ferner NACHMANIDES (in der Einleitung zu seinen Einwürfen gegen die Aufstellung der einzelnen Gesetze — פרטי המצות —• fol. 503■ ed. Berlin) als Verbot 208 bezeichnet, was in unserem Sef. ha/m. Verbot. 212 ist. Aber wenn man vollends die Citate und Bemerkungen des Nachmanides an letztgenannter Stelle mit den bezüglichen Stellen unseres Sef. ham. {Hegel 9; Gebot 120. 123. Verbot 210. 212) vergleicht, so ist man nicht wenig erstaunt, daselbst keine der von NACHMANIDES angefochtenen Aufstellungen, Alles vielmehr gerade nach den Ansichten desselben zu finden. Ghinnuch, welches unter Nr. 215 und genauer unter 230, 1 jene Einwürfe als Differenz zwischen MAIMONIDES und NACHMANIDES anführt, citirt das Sef. ham. ganz ebenso, wie es NACHM. Vorgelegen, weiss also von dem Wortlaute unseres Sef. ham. ebenfalls Nichts. Aehnliches zeigt sich im Ghinnuch 400, 1 Schl., wo als abweichend von seiner eigenen Definition eine engere des Maimonides (aus Gebot 248) angeführt wird in den Worten: לדון בדין הנחלה/ während die entsprechenden Worte unseres Sef. ham. vielmehr sind ישהורנו בדיני נחלות was mit Ghinnuch’s Erklä.rimg ganz übereinstimmt. Diese nicht mehr nur sprachlichen, sondern den Inhalt zugleich betreffenden Differenzen finden ihre Erklärung in dem oben bereits erwähnten Zeugnisse des Uebersetzers MOSE TDBBON, für welches sie zugleich Bestätigung und Beispiele darbieten. Derselbe berichtet in dem erwähnten Vorworte, er habe sich aus Alexandria ein arabisches Exemplar des Sef. ham. von dem ihm befreundeten Sohne des MAIMONIDES, ABRAHAM, kommen lassen, um das Werk für die des Arabischen unkundigen Glaubensgenossen ins Hebräische zu übersetzen. Nach Vollendung dieser Arbeit sei ihm die Uebersetzung jenes ABRAHAM HALEVI B. CHASDAI zu Händen gekommen. Schon habe er dieser besseren Uebersetzungsarbeit zu Liebe die seinige beseitigen wollen , als er durch eine nähere Vergleichung bemerkte, dass jene nach einer. früheren Fassung (טופס ראשון) des Originals angefertigt sei, während das von ihm selbst benutzte Original ein. von MAIMONIDES umgearbeitetes sei, worin Meinungen zurückgenommen, Worte verändert, ganze Stücke umgestellt waren (היו בו סברות רבות חזר בו הרב