Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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89 einzuführen und verfasste zu diesem Behufe ein Vorwort (אגרה) und eine Einleitung (הקדמה). Das Vorwort1) enthält die öfters erwähnte Erklärung des Verfassers, bei der Bearbeitung seines Werkes nicht aus den ersten Quellen selbständig geschöpft, sondern sich der zuverlässigen Führung namentlich dreier Männer: ALEASI, MAIMONIDES und NACHMANIDES überlassen zu haben. Unmittelbar aus den primären Quellen der Halacha, dem babylonischen und dem palästinischen Talmud, Sifra, Sifre, Tosifta u. s. w. habe er nicht schöpfen können, weil ihm nicht alle Stellen dieser weitschichtigen Werke stets gegenwärtig seien. Er fürchte den Anschein, fremden Schmuck sich zugeeignet oder die Schranke der ihm geziemenden Bestrebungen anmaasslich überschritten zu haben. Darum erkläre er offen, woher er das Meiste entnommen habe, und verwahrt sich nachdrücklich gegen eine Ueberschätzung seiner Leistungen in dieser Hinsicht; die Abschreiber aber bittet er, diese seine Worte an die Spitze jedes Exemplares zu setzen. — Die Einleitung2) besteht aus einem allgemeinen und einem besondern Theile. A. Der vorangestellte allgemeine Theil ist apologetischen Inhalts. Durch ihn soll der Glaubensgrund befestigt werden, auf welchem die im zweiten Theile dann folgenden Voraussetzungen der in die Oeffentlichkeit tretenden Arbeit beruhen. Der Gedankengang ist folgender: 1. Die Echtheit der Tora ist glaubhaft bezeugt durch die an ganz Israel ergangene Offenbarung am Sinai und deren Ueberlieferung von Geschlecht zu Geschlecht3). 2. Auf die philosophische Speculation dürfen wir uns weder beschränken noch verlassen. Vermag sie doch selbst die Naturerscheinungen nicht zu erklären (Beispiel des Magneten); wie sollte 1) Es beginnt: אולי יחשוב מעיין בספר זה und schliesst mit den Worten: •ושלום על ישראל אמן ף Deren Anfangsworte sind: י האמת הברור במין האנושי der Schluss: לגלוגו עלי אהבה• 3) Vgl. die allerdings etwas verschiedene, aber nicht unähnliche Aeusserung jehttda halevi’8 im Kusari I, 87.