Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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83 Armuth und Entfernung von der ansehnlichen Vaterstadt1). Wir treten seinem Herzen wohl nicht zu nahe, wenn wir Etwas von der Wärme, womit er die Unbemittelten der Theilnahme und Hülfe der Begüterten empfiehlt, aus der Lebendigkeit und Kraft eigner Erfahrung und Empfindung herleiten2). Seinem Berufe nach scheint der Verfasser Jugendlehrer gewesen zu sein. Er nennt sich selbst »Vater und Lehrer« seines Sohnes3). Für diesen und »die Knaben,« welche »dessen Genossen« sind4), oder wie er an einer anderen Stelle sich ausdrückt, für »seine Knaben«5) verfasste er das besprochene Buch. Dies Alles passt nur, wenn wir uns den Verfasser als Lehrer denken, der seinen jugendliehen Schülern, und unter diesen seinem Sohne, ein geeignetes Compendium über die mosaischen Gesetze nach traditioneller Auffassung hat in die Hand geben wollen. Aus dem angegebenen Berufe würde sich denn auch eine gewisse, nur durch Erfahrung erreichbare pädagogische Einsicht6), ferner die überaus fassliche Darstellung und das richtige Gefühl für die einer Erläuterung bedürftigen Dinge und Ausdrücke erklären. So verstehen wir auch am leichtesten, weshalb der Verfasser bei einer Gelegenheit, wo andere Gesichtspunkte ihm näher lagen, gerade auf den Beruf des Jugendlehrers hinweist7). Als seinen Heimathsort nennt der Verfasser selbst Barcelona8), ף Mril. zu 4. Mos.: בעניי בגל וחי• Bass der Verfasser im Lande seiner Heimath geblieben und da sein Buch geschrieben, ist im vorigen Abschnitte S. 80 gezeigt worden. Unwahrscheinlich wäre es wohl,בגלותי hier, zumal neben בעניו/ nicht auf persönliche Entbehrung der Heimath, sondern auf das Exil, an dem der Verf. als Jude Theil nimmt, zu beziehen. 2) Man sehe, wie beredt der Verf. die Ehre u. den Anspruch der bei. ihrem Lehrberufe unbegüterten Leviten geltend macht (463, 2) und wie warm er sodann die jedem Erwerb abgewendeten Schriftgelehrten der Fürsorge der Bemittelten zuweist. •אב ורבן:8 ,886 (3 4) Eirüdt. geg. Ende; EMeit. zu 4. Mos.; 397. 5) 152, 2. 6) z. B. 418,3: וראוי לכל בן דעת שיתן לבו שלא להכביד על הילד בלימוד בעודנו רך האיברים ובו׳• Auch neben maimonides in H. Talm. tora 2, 2 bekundet diese Aeusserung ihren individuellen Charakter u. Ursprung. 7) 356, 2. 8) EM. geg. Ende: אני הדל באלפי תלמיד התלמידים שממני איש יהודי ■מבית לוי ברצלוני•