Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
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74 . Es ist nun noch übrig, zu bemerken, dass wir im Ghinnuch neben den angedeuteten vielen Fällen stillschweigender Benutzung auch ansdrückliche Anführungen aus allen drei genannten Werken in grosser Zahl antreffen1). XIII. B. Abraham b. David aus Posquieres (1125—1198), der bekannte literarische Gegner des MAIMONIDES, wird einige Mal angeführt2). v XIV. Des ß. Mose aus Coucy Buch der Gesetze, welches unter dem Namen Sefer mizwot gadol oder abgekürzt Semag bekannt ist3), wird theils stillschweigend benutzt4), theils mehr oder minder deutlich J) Ein Verzeichnis derselben giebt § 2 des Anhangs. 2) 243, 4 aus den Ghidduschim zu Baba Tcama 116 (mitgetheilt im שיטה מקובצת das.); — 263, 3 (־wo es heissen muss: לדעת הרמב״ן ולא לדעת הראב״ך־) wird eine Stelle angeführt, die auch hei r. ascher zu Moed ־katon 20b und bei karo zu Tut Jore dea 402 sich findet; — 496, 4 Einwurf gegen maimonides Büch. Teruma 1, 26; — 576, 4 יש מן המפרשים deutet auf ihn zu Issure Bia 15, 2 und auf nachmanides bei vidal de tolosa das. — Ausserdem vgl. hier oben Seite 68 Anm. 2. 3j Oben Abschnitt I S. 10; Abschnitt 2, Kap. 1 S. 17 und Kap. 3 S. 47. 4) Die Einleitung (הקדמה) des Ghinnuch enthält Manches, ־was in der Einleitung zu Semag vorkommt (geiger, Zeitschrift 1869 S. 277 hat hierauf bereits aufmerksam gemacht, jedoch geht er zu weit, wenn er die Benutzung eine fast wörtliche nennt. Auch lässt Ghinnuch in den benutzten Momenten Manches weg und setzt Anderes hinzu. So entlehnt er nur drei Beispiele von Widersprüchen in dem Wortlaute des Pentateuch und theilt er allein die traditionelle Ausgleichung mit). — Ferner benutzt Ghinnuch 25,1 neben des maimonides Sef. hamizw. Gebot 1 auch Semag Gebot 1. — 425, 2: בכלל האזהרה ובן׳ p וכמו nach Semag Verbot 4, während im Uebrigen die Auflassung des maimonides (o. 71. Verb. 64 und Büch. Jesode hatora 10, 5) zu erkennen ist. — 420, 3: ומזה יש להבין שדעת רז״ל להיות כל אדם מחזיק במצוה זו 1של תפלין] והמתחכמים להוסיף על דבריהם או לגרוע אינה חכמה erinnert deutlich an Semag Geb. 3, dessen zwei Sätze: a) עור זאת דרשתי להם כי מה שאמרו רבותינו תפלין צריכין גוף נקי כאלישע בעל כנפים עוד זאת דרשתי להם כי יותר חפץ הקדוש (י* ־ זהו באדם שמניחם כל היום כלו וגל ברוך הוא באדם רשע שיניח חפלין מאדם צדיק וגל durch Vergleichung mit unserer Stelle erst ganz motivirt erscheinen. Es galt nämlich, wie aus Ghinnuch hervorgeht, Predigern (הדורשים דרשות אלן־) entgegen zu treten, die sich als Philosophen geberdeten und in vermeintlich oder angeblich guter Absicht des Gebrauches der TefiUin nur diejenigen für würdig erklärten, denen nicht der geringste sittliche Makel anhaffce. Es war ihnen zum Leidwesen des frommen MOSE aus coucy richtig gelungen, der ohnehin vorhandenen Neigung zur Lässigkeit in dieser wie in anderen religiösen Handlungen' durch eine solche scheinbare!Rechtfertigung Vorschub zu leisten.