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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 64

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720939--063-2722485
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61 1. Eigne Bemerkungen des Verfassers: a) Bei Besprechung des Gesetzes, dem Mittellosen gern und in schonender Weise zu leihen, was zu seinem Bedarf gehört (2. Mos. 22, 24), heisst es unter Anderem, das Gebot von der Gewährung eines Darlehns sei noch dringender und wichtiger, als das auf Almosen bezügliche, da derjenige, welcher sich in seiner Noth Anderen gegenüber offen beklagt und den Entschluss gefasst hat, Unterstützung zu verlangen oder doch anzunehmen, lange nicht in so bedrängter, rathloser Lage sei, wie der Verschämte, den Ehrgefühl und Scheu von jenem äussersten Schritte abhalten. Ihm könne vielleicht durch ein geringes Darlehn, welches ihm eine Erwerbsquelle eröffnet, tür immer geholfen werden; denn er bezahle vielleicht später seine Schuld und behalte dann doch genug, um seinen Unterhalt zu verdienen, ohne je einer fremden Gabe zu bedürfen1). b) Das Becht der Majorität in den zu gemeinsamer Berathung geeigneten Fragen ist für den Verfasser nach Anleitung der Halacha (welche an 2. Mos. 23, 2 anknüpft) ausser allem Zweifel. Jedoch giebt es für ihn eine Instanz, der gegenüber dieselbe nicht gelten könne, die der Intelligenz. In Sachen des Wissens müsse eine geringe Zahl Kundiger mehr gelten und wiegen, als ein noch so grosser Schwarm unwissender Menschen. Hiervon gebe es nur eine einzige Ausnahme; in rechtmässig constituirten Collegien nämlich müsse im Interesse der Ordnung ein volles Gewicht jeder Stimme zuerkannt werden anter der entweder zufällig begründeten oder nur angenommenen Voraussetzung einer gleichen Urteilsfähigkeit2). c) Jedes Handwerk erklärt der Verfasser für ehrbar; aller Schmutz und Unflath sei ja durch Reinigung leicht zu tilgen. Aber Eine Unsauberkeit gebe es, die sich nicht übersehen lasse; das sei die der Seele, die des Charakters. Wer mit ihr behaftet sei, der allein sei nicht würdig, vor Gott zu erscheinen3). d) Es ist, meint Chinnuch, doch unverkennbar, dass es die Güte Gottes ist, welche uns Mildthätigkeit gegen die Armen gebietet. Warum aber wolle Gott hierzu sich unser bedienen? Könne er nicht nach den Eingebungen seiner umfassenden Liebe einen Jeden zum Mindesten so viel selbst finden lassen, als zu dessen Unterhalt nöthig sei? — Ebenseine Güte, erwiedert Chinnuch, ist es, welche die völlig ungleiche Vertheilung .1 ,66 (ג .1 ,67 (2 .1 ,71 ר

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