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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 58

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 58)
Language
German
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IRI
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55 anzufechten, so steht es minder günstig um die durchgängige Richtigkeit desselben. Unstreitig verdient das reiche Wissen, die Belesenheit, der Fleiss und Ernst, die überwiegend gebildete Auffassung, die in unserem Buche sich ausprägen, den hohen Grad von Achtung und Anerkennung, den es vielfach gefunden und ein unbefangener Leser ihm auch schwerlich versagen wird. Mit desto grösserem Erstaunen bemerkt man eine Anzahl von Schwächen1) und x) Dahin gehören: a) Ungenauigkeiten. So sagt er 8B, 4: ומה שאמרו בסנהדרין דכל שאינו כשר להעיד אינו כשר לדון ונשים ודאי אינן כשרות להעיד כדמוכח שם• Aber die gemeinte Stelle ist im Tractat Sarihedrin nur angeführt ans Nidda 49b, nnd zwar ist es da eine Mischna, die umgekehrt lautet: יכל הכשר לדון כשר להעיד ferner ist nicht »daselbst,« d. h. im Tractat Sarihed/rin der Satz ausgesprochen: י נשים ודאי אינן כשרות להעיד sondern es ist eine in!Schebuot 30a (4, 1) befindliche Mischna:שבועת העדות נוהגת באנשים ולא בנשים u•dazu die Femara das.:מנה״ט וכן׳•— 420, 3 über die Ordnung der vier Abschnitte in den Teßlin heisst es: ,ונוסח ץך והקורא קורא כסדרן וראי לא מצאוהו בספרים אותן בני אדם שהיה דעתן לומר דכתבינץ הוויות באמצע• In Wahrheit fehlen die angegebenen drei Worte bei ALEASI in dessen Hüchot Teßlin und lagen auch MAIHONIDES in den zu seiner Zeit gangbaren Handschriften nicht vor, obgleich er sie in alten Codices gefunden hat (s. dess. Gutachten bei Maggid Mischne zu Hüchot Teßlin 3, 5); allein R. jakob tam (in Tosafot zu Menachot 34b ד״ה הקורא) batte diese Lesart und erklärte sie in seinem Sinne, ebenso r. abraham b. david (in den Einvmrfen gegen maimonides das.). Unser Verfasser hat dies entweder übersehen und sich von dem Wortlaute des oben angeführten Maimonidischen Gutachtens oder von dem eines Gutachtens des r. salomo b. aderet (in ועוף :234 תשובות שאילות להרמב״ן דברוב הנוסחאות כתיב לא קשיא כאן לימין הקורא כאן לימין המניח והקורא קורא כסדרן) xrre leiten lassen oder endlich er hat nur die älteren Autoritäten im Auge, wie r. chananel n. AA., denen sich r. jakob tam trotz der ihm schon vorliegen־ den LA. angeschlossen. Im besten Falle also ist die Stelle im Ghinnuch un« genau. — Eine Ungenauigkeit ist auch die ebendas, vorkommende einfache Nennung des r. hai als ältere Autorität für die Ansicht rasches (zu Menachot 34b) und des MAIMONIDES, da zwar die angeblich geöffneten und nachgesehenen Teßlin des r. hai diese Reihenfolge sollen enthalten haben (Gutachten des matm. a. a. 0.), nach anderen Berichten hingegen (Tosafot zu Menach. 34b והקורא u• AA.) r. hai die Reihenfolge der Abschnitte vielmehr wie r. jakob tam gelehrt haben soll. — Auch die beabsichtigte Aufeinanderfolge der Gesetze, wie sie in den drei älteren Ausgaben vorliegt, ist ungenau ausgefuhrt, da 515 vor 513 seinem In־ halte nach gehört; die vier jüngeren Ausgaben haben ihre Nr. 501 vor 504 in berichtigter Folge.-b) Unvollständigkeit: Offenbar will Ghinnuch überall die Abweichungen des nachmanides in der Zählung der Gesetze angeben. Die vereinzelte Unterlassung kann daher nur als Mangel aufgefasst werden. So fehlt 385 die Erwähnung der von N. allerdings nicht am entsprechenden Orte des

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