Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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47 Sifra, Sifre, Tosifta und Gemara selbständig schöpfen müssen, so wäre ihm für seine populäre und pädagogische Schrift die Belesenheit eines Gelehrten ersten Banges und die Anstrengung weitgehender wissenschaftlicher Forschungen nöthig gewesen — deren Voraussetzung er selbst in seinem Vorworte ahzulehhen sich gedrungen fühlt. Er hat vielmehr sich zur Aufgabe gestellt, aus den ihm bereits vorliegenden umfassenden Arbeiten hervorragender Männer den für seinen Zweck erforderlichen Stoff zu gewinnen. Ausser den vielfach bereits erwähnten Führern MAIMONIDES und UACHMANIDES nennt er in dieser Beziehung noch R. ISAAK ALFASI (1013—1108), der bekanntlich in seinen Halachot den nach der Zerstörung des Tempels noch gültigen gesetzlichen Inhalt des Talmud in wörtlichen Auszügen mit begleitenden Bemerkungen zusammengestellt hatte. Einige Halachot fügte später NACHMANIDES noch ergänzend hinzu1). Das so vervollständigte Werk sowohl als der systematische Gesetzescodex Mischne Tora des MAIMONIDES, ferner der auf Halachisches vielfach eingehende Commentar des NACHMANIDES mm Pentateuch und endlich dessen Hemerkungen (Ghidduschim) mm Talmud bilden die eigentliche Grundlage für die je dritte Abtheilung in der Behandlung der Gesetze. Sprache, Präcision nnd Ordnung in dem Werke des MAIMONIDES legten dessen überwiegende Benutzung für Ghinnuch besonders nahe, und so finden wir ganze Stücke desselben wörtlich ausgeschrieben in dieser Schrift2), wie schon — allerdings in geringerem Masse — bei R. MOSE AUS COUCT in seinem Huche der Gesetze. Indessen theilt Ghinnuch doch auch, wo es ihm passend scheint, an der Hand ALFASI’s Wendungen und Stellen aus dem Talmud selbst mit, führt Mischna, Mechüta, Sifra u. s. w., zumeist nach des MAIMON1DES Huch der Gesetze, nicht selten an, fügt Wort und Sacherklärungen für den ungelehrten Leser bei und widersteht zuweilen sogar der Versuchung nicht, selbständige Einwürfe zu erheben3) oder auf eine seiner Tendenz eigentlich fern x) Den ALFASl’schen Halachot mit Commentarien beigedruckt in Pressburg 1886. 2) z. b. 119,3: נמצאת למד שכל העברות שבחורה שהיחיד מביא על שעתן חטאת קבועה שלש וארבעים הן fast wörtlich wie 4 י1 ה, שעות(gegen סמ״ג Gebot 218); ebenso 137, 3 wie 4 ,341 — ־,6 .5 .2 *1 «11 ה׳ טומאת צרעת Schl, nach ד\ דעות 2, 3; — 540, 3 besteht ganz aus einem Citat von נערה בתולה Vl 3, 6. 7. u. s. w. 3) So wahrscheinlich 331, 3 die Worte; נראה בקידושין p ולא» w0 er 3מ׳ Bah• Kidd. 21a: ואמרו ליה רבנן לרב אשי קשיא denkt.