Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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41 Sprache durch eine solche Roheit — und zwar in vortrefflicher Weise — betont, nicht aber die gröbliche Verletzung der Gott schuldigen Ehrfurcht auch nur angedeutet wird1); — wenn das gebotene Fasten am Versöhnungstage (8. Mos. 23, 27) sehr schön als Mittel zur Abwehr störenden Sinnenreizes und zur Erweckung einer edlen Seelenstimmung dargesteht, und nicht — was es an sich ist — als ein Akt der Busse bezeichnet wird2) — und so giebt es noch andere ähnliche Fälle3). D. Einen bedauernswerten Nachtheil bereitete den Leistungen des Verfassers die mystische Richtung, welche zu seiner Zeit bereits eine grosse Herrschaft über Geist und Gemüth seiner Glaubensgenossen gewonnen hatte. Sie zieht ihre dunklen Schatten über einen Theil seiner Erörterungen und hat wohl schon manchem Leser das sinnige, an ansprechenden Gedanken und Lehren reiche Buch verleidet. 1. Zu ihr gehört erstlich die Kabbala, die damals noch junge Gestaltung einer Geheimlehre, welche namentlich durch den gelehrten und geistvollen NACHM ANIDES angebaut und zu Ansehen gelangt war. Ghinnuch, zu dessen Hauptführern derselbe gehörte4), konnte sich dieser Seite an seinem grossen Vorbilde nicht entschlagen. Zum Glücke war der Verfasser mit der Kabbala nicht sonderlich vertraut. Nur Einzelnes war ihm, und zwar aus den zugänglichsten Quellen, näher bekannt5); im Uebrigen spricht er von deren wunderbaren Geheimnissen .2 ,76 ף 2) 378, 2. 3) 266, 2 wird die Fehlerlosigkeit des Opferthieres (3. Mos. 22, 21 u. sonst) damit begründet, dass körperliche Gebrechen den erwünschten Eindruck der Opferhandlungen auf das menschliche Gemüth stören — was als Folge richtig ist; es wird aber der eigentliche Grund, die nicht zu verletzende Würde des Heiligthums (Maleachi 1, 6—8) nicht erwähnt. — 327, 2 zu 3. Mos. 25, 9 ist eine Folge als Grund angegeben, während ein solcher bereits das. 327, 1 enthalten ist. — 382, 2 zu 4. Mos. 10, 9 f., wie ibn esra das.; vgl. 405, 2 im ersten Theile zu 4. Mos. 29, 1 Schl. u. dazu maimonides More HI, 43. Dem Schriffcsinne viel näher kommt HARTWIG wessely im Biur zu 3. Mos. 23, 24. — Endlich 385, 2 zu 4. Mos. 15, 17—21 wird nicht schuldiger Dank, der eigentliche Grund, sondern der Segen in Folge der Beobachtung des Gesetzes angegeben; übrigens giebt auch maimonides (More IH, 39) mehrere Folgen statt des Grundes bei diesem Gesetze (חלה) an:לחזק מדת הנדיבות ולמעט חאות המאכל וקנות הממון 4) Im Vorworte (•(אגרת 2 ,554 ף Schi.: והנני עם דעתי שיש במצור. הזאת עיקר גדול וטעם נכון אמתי אצל המקובלים Gemeint ist die von nachmanides zu 5. Mos. 25, 6 angedeutete Seelen- Wanderung.