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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 39

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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IRI
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36 Antheil an den Ländereien ausgeschlossen und mit dem Anbau des Bodens verschont worden, damit er ungestört, neben den Hülfsleistungen heim Gottesdienste, dem Geistesleben sich widmen, der Kenntniss des Gesetzes sich zuwenden und nach dem Worte der Schrift (5. Mose 83, 10) die Rechte des Herrn und dessen Lehre im Volke aller Orten verbreiten könne. Die übrigen Stämme sollten im Besitze des Landes sich nicht über den mittellosen Stamm Levi erhaben dünken, denn »der Herr sei sein Besitzthum« (5. Mos. 10, 9; 18, 2) und die Gaben, die für ihn bestimmt waren, sollten Ehrengaben sein aus'dem Segensschatze, den Alle doch nur von Gott empfangen1). <׳ 11. Bei einem Todesfälle im Uebermasse des Schmerzes den Körper durch Einschnitte nach heidnischer Art zu entstellen sei dem Israeliten untersagt (5. Mos. 14, 1; vgl. 3. Mos. 19, 28), weil es einem mit der Weisheit der edlen Gotteslehre ausgestatteten Volke nicht zieme, über einen Vorfall, der durch des Herrn Rathschluss verhängt worden, sich in solchem Uebermasse zu betrüben, dass die Grenzen berechtigter Trauer durch derartige Ausbrüche überschritten werden2). 12. Die bekannte Vorschrift, eine auf dem Felde vergessene Getreidegarbe den Armen zu überlassen (5. Mos. 24, 19), wird als eine liebevolle Rücksicht auf das Gemüth des Dürftigen dargestellt, welcher bei der reichen Ernte eines Andern sehnsüchtig zuschaue und mit einem ganz geringen Theile gern zufrieden wäre. Dieses Wenige solle ihm gegönnt werden. Und auch dem zu Gunsten der Armen verzichtenden Eigenthümer bringe die Beobachtung dieses Gesetzes einen lohnenden Gewinn; denn sie gewöhne ihn zur Mildthätigkeit und zu edler Gesinnung3). 13. Ebenso wird zu der Vorschrift: »Verbinde dem Ochsen das Maul nicht beim Dreschen« (5. Mos. 25, 4) ungefähr Folgendes ausgesprochen: »Wir sollen unser Herz zum Wohlwollen, zum Mitleid und zur Mildthätigkeit gewöhnen. Indem wir selbst die zu unserem Dienste bestimmten Thiere rücksichtsvoll behandeln und ihnen nicht entziehen, was sie eben durch die Anstrengung ihrer Kraft uns erarbeiten, leiten wir unsere Seele an, um so eher gegen Menschen gütig zu sein, gewöhnen uns, ihnen nicht zu versagen, was ihnen gebührt, sie mitgeniessen zu lassen von dem, woran sie sich mühen4). .2 ,463 ף .2 ,476 ף s) 552, 2. .2 ,601 ף

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