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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 38

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
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35 uns den Einen Gott, den wir bekennen, als den allmächtigen Herrn unseres Geschicks und den allwissenden Richter unserer Handlungen zu vergegenwärtigen, um uns bei den Geschäften des Tages und in der Stille der Nacht unausgesetzt ermunternd oder warnend vorzuschweben und für unser Denken und Handeln ein Gegengewicht zu bilden gegen die Eingebungen unserer Sinnlichkeit*). Denselben Zweck, heisst es weiter, hätten auch die verschiedenen gesetzlich gebotenen Erinnerungszeichen an unserem Gewände (die Schaufäden: 4. Mos. 15, 37 ff.), an unserer Wohnung (die Pfostenschrift: 5. Mos. 6, 9), an Arm und Haupt (die Tefillin: ' 5. Mos. 6, 8). Sie verstärken vermöge ihres Hinweises auf Gottes Wesen und Walten, auf das, was er für uns gethan und von uns wiederum fordert, die Macht des Geistes in uns über die Ansprüche der irdischen Hülle, in welcher derselbe auf Erden erscheint und verharret; denn der Geist, des Himmels Kind, müsse kämpfen und ringen und bedürfe der Helfer und Genossen, soll er auf Erden, dem Tummelplätze gemeinen Begehrens und Geniessens, die ihm gebührende Herrschaft erlangen und behaupten2). 8. Das Gebot, den Fremdling zu lieben (5. Mos. 10, 19; vgl. 3. Mos. 19, 34), sei einem Yolke angemessen, dem die Aufgabe gestellt worden, seinen Lebenswandel zu heiligen; ihm zieme es, seinen Schmuck in jeglieher edlen und liebenswerthen Tugend zu suchen. »Und in der That,« ruft der Verfasser aus, »wie schön und köstlich ist es, Liebe und Güte Denen zu erweisen, die Volk und Familie verlassen und bei uns, einer ihnen fremden Nation, Schutz gesucht haben3)«. 9. Das Gebet habe ausser dem Erfolge, den das gläubige Gemüth davon erwartet, darin seinen eigentlichen religiösen Gehalt, »dass wir, indem wir beten, es lebendig empfinden und uns einprägen, dass Gott der aEgütige, uns wohlthuende Herr unseres Daseins ist, dass seine Augen offen sind für aUe unsere Wege, er zu jeder Zeit und Stunde unsern Ruf vernimmt, er, der Hüter Israels, der nicht schlummert und nicht schläft, der die Macht hat, uns zu helfen, und der, was er zu unserem Heil beschlossen, ungehindert voUbringt4)«. 10. An die Warnung des Gesetzes, dem Leviten das ihm Gebührende nicht vorzuenthalten, so . lange Israel sein eignes Land bewohne (5. Mos. 12, 19), wird die ehemalige Bedeutung des Stammes Levi innerhalb der religiösen Gesammtheit angeschlossen. Derselbe sei von dem .2 ,419 ף .2 ,420 (2 .2 ,429 (3 .2 ,431 (4 3*

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