Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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38 Vergehen gegen die Mitmenschen allein, sondern zugleich eine Sünde vor Gott sei1). 2. Zu dem Verbote gewisser abergläubischer Handlungen (3. Mos. 19, 26b. 81) wird bemerkt: »Diese Dinge sind Ausgeburten des Wahnwitzes, es zieme aber einem in Wahrheit zur Heiligung berufenen Volke nicht, den Eingebungen der Lüge nachzuhängen, zumal da dieselben den Menschen vom Vertrauen auf Gott ablenken und zur Läugnung der Vorsehung verleiten, so dass er schliesslich Alles, was ihn trifft, sei es Heil, sei es Leid, für Zufall hält, nicht für eine Fügung Gottes. Da aber Gott unser Bestes wolle, so habe er uns geboten, jene Irrthümer aus unserem Herzen zu bannen und uns in der Ueberzeugung zu befestigen, dass Glück und TJebel vom Höchsten ausgehen und den Menschen nicht unverdient treffen2). 3. Die ehemalige Darbringung eines Maasses (' Omer) neuer Gerste beim Beginn der Getreideernte (3. Mos. 23, 10 ff.) wird als Zeichen des Dankes erklärt für die grosse Huld des Herrn, der alljährlich den Ertrag des Feldes neu gewährt zur Lebenserhaltung für seine Geschöpfe3). Die Zählung von sieben Wochen seit dem Tage dieses Opfers bis zum fünfzigsten Tage, an welchem das Wochenfest zu feiern ist (das. V. 15 ff.) wird aus dem Zusammenhange der beiden Feste Pessach- und Woehenfest hinsichtlich ihrer Bedeutung erklärt, wonach ersteres den Beginn, letzteres die Vollendung der Erlösung Israels feiere, da die Offenbarung auf Sinai , worauf das Wochenfest nach jüdischer Ueberlieferung hinweise, das nur aus äusserer Knechtschaft gezogene Israel erst wahrhaft frei gemacht habe, indem sie ihm die religiösen und sittlichen Grundlagen für sein, selbständiges Zusammenleben gegeben habe4). 4. Ueber das Buhen von täglicher Arbeit an Festtagen wird bei Gelegenheit des Pessachfestes bemerkt: nur so sei die Müsse gesichert, welche für die Pflege des Andenkens an die Thaten Gottes bei den Erwachsenen wie bei der heranreifenden Jugend unentbehrlich sei. Aber noch einen anderen grossen Nutzen bringe diese Müsse, dass sich nämlich alles Volk .2 ,124 ף s) 258, 2 und ähnlich: 258, 2. 3) 272, 2. 4) 273, 2 wie schon mamonides im More IH, 48. Wie übrigens hier ein Zusammenhang zwischen Pessach- und Wochenfest in den geschichtlichen Erinnerungen beider gesucht wird, so ergiebt sich derselbe noch ungezwungener aus der im Pentateuch betonten agrarischen Bedeutung. S. k. nissim b. buben zu alfasi Pesachim Ende und baehb, Symbolik des mosaischen Oultus H. S. 646 f. 3