Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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8a schiedene Vorschriften ihrem Grundgedanken nach unter einander stehen1). Hingegen kommt es nur ganz vereinzelt vor, dass die Höhe des idealen religiös-sittlichen Standpunktes allein dem Verfasser nicht hinreichend für die erstrebte Einwirkung auf Gesinnung und Handlungsweise seiner Leser zu sein scheint und deshalb wirksamere Beweggründe aus dem Gesichtspunkte der Nützlichkeit zu Hülfe genommen werden — einem Gesichtspunkte, der bekanntlich um seiner Wirksamkeit willen hie und da selbst in dem biblischen Buche der Sprüche nicht verschmäht wird2); so wenn bei dem Verbote der Unredlichkeit im Geschäftsverkehr (3. Mos. 25, 14) neben der Berufung auf Vernunft und Religion noch darauf hingewiesen wird, dass auch der Egoismus in der unverletzten Rechtschaffenheit seine Rechnung finde3). Es ist klar, dass dergleichen, wo es nur untergeordnet und beiläufig eingemischt ist, aus dem frommen Bestreben, der Belehrung noch die Ueberre düng zum Guten beizufügen, hervorgehen kann, ohne gerade zu der Annahme einer minder edlen Lebensanschauung in dem Schriftsteiler zu berechtigen. C. Die symbolische Deutung überschreitet in unserer Schrift hinsichtlich ihrer Anwendung durchaus nicht die Grenzen, welche eine gesunde Exegese ihr anweisen muss. Sie beschränkt sich massvoll auf diejenigen Handlungen, welche den symbolischen Charakter deutlich an sich tragen, zu denen insbesondere die Vorschriften über die Einrichtung des Heiligthums und über die Handhabung der Opfer gehören. So wenig ist Ghinnuch geneigt, der symbolischen Deutung ein zu grosses Gebiet einzuräumen, dass man umgekehrt einen Mangel ג) So z. B. der Zusammenhang der auf die Erlösung aus Aegypten hinweisenden Vorschriften mit dem Sabbatgesetze, welches an die Weltschöpfung erinnern soll, weil die unbegrenzte Macht, Weisheit und Güte Gottes da wie dort vergegenwärtigt werde: 10, 2 und 880, 2 nach maimonides Hilch. Jesode hatora 1, 1—6 und nachmanides zu 2. Mos. 20, 2; wogegen e. jehuda halevi (Kusari 1, 25) und ibn esba zu 2; Mose 20, 2 mehr dem einfachen Sinne dieser Bibelstelle gerecht werden. ף Spr, 25, 10, 22. 2 ,340 ף.