Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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27 des Leserkreises, für den er schreibt, sich bisweilen znm Erklärer und Dolmetsch der gegebenen Winke1). Und er versteht es, auch das Naheliegende durch die Trefflichkeit seiner Darstellung lesenswerth zu machen2). — Bei dieser Klasse von Gesetzen kann er denn auch seinem allgemeinen Streben nach kurzer Fassung3) ohne Zwang getreu bleiben4). Wo indessen das Interesse der Sache es zu fordern scheint, erhebt er sich zu einer Art beredter Ausführlichkeit5);ja, er schickt nöthigen Falles seiner Begründung eine allgemeine Einleitung (הקרמה) voran6). Wenden wir uns nun von dieser mehr die Form angehenden Betrachtung zum Inhalte der im Cliinnuch gegebenen Begründung für die biblischen Gesetze, so ergiebt eine unbefangene Prüfung eine beachtenswerthe Zahl von Vorzügen sowohl als von Mängeln, welche wir nacheinander näher angeben wollen. I. Torzüge. A. Es ist für’s Erste als ein Vorzug und Verdienst anzuerkennen, dass Chinnuch von der in ihm herrschenden vereinzelten Behandlung der Vorschriften7) sich nicht ganz hat hindern lassen, den Hintergrund umfassender Gedanken und die Mannigfaltigkeit der praktischen Bücksichten in denselben zu erkennen und darzulegen. Als Beispiel nennen wir die ihm nicht entgehende politische Bedeutung mancher"^ Vorschriften. Der Verfasser erkennt in dem Verbote des innem Grolles gegen den Nebenmenschen (8. Mos. 19, 17) ausser dem eigentlich sittlichen noch einen social-politischen Zweck, indem er bemerkt, wie die Gehässigkeit x) 218, 2 nach 8. Mos. 19, 17 Auf.; — 386, |5 Anf. nach 4. Mos. 15, 89; — 392, 2 im zweiten Theile dieses Stückes, beginnend 'גם בי ובן nach 4. Mos. 27, 30; was das. im ersten Theile gesagt wird, ist minder schriffcgemäss, wiewohl es an sich schön ist. 2) 209, 2. 210, 2 (dem Inhalte nach zum Theil übereinstimmend mit NACH- MANIDES zu 3. Mos. 18, 21 Schl.). 3) 241, 4. ף Z. B. 237, 2. 528, 2. 3. 535, 2. 5) 429, 2. 463, 2. 526, 2. Die letztere Stelle ist übrigens mehr beredt als logisch. 6) 285, 2. 365, 2. 392, 2. 403, 2. 428, 2. 569, 2; in feierlichem Tone: 95, 2. 7) Oben S. 11 f.