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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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26 dem in Barcelona gebürtigen Verfasser nach Zeit und Ort näher stand, da Chinnuch in diesem Theile seiner Arbeit nicht wie bei der Zählung der Gesetze, für Einen Führer sich durchgängig zu entscheiden brauchte. Sehen wir nun zu, wie in י unserer Schrift die Begründung der mosaischen Gesetze versucht und durchgeführt wird! Der Talmud unterscheidet die »Satzungen« (חקים) von den übrigen Vorschriften der mosaischen Lehre, inwiefern jene den Eindruck ganz willkürlicher und grundloser Willensäusserungen des Gesetzgebers machen. Denselben Unterschied hat SAADIA im Sinne, indem er Gesetze der Vernunftund Gesetze des Gehorsams /(מצות שכליות) /unterscheidet 1). Indessen bemerkt MAIMO- NIDES2), dieser Unterschied sei nicht den Gesetzen selbst eigen, da diese vielmehr alle an sich einen vernünftigen Grund haben; er gelte nur für die Art, wie sie dem Beobachter gemeiniglich erscheinen; die einen lassen mit Leichtigkeit ihre Uebereinstimmung mit vemünftigern Denken und Wollen erkennen, die anderen bieten hierin grosse Schwierigkeiten, und deren Grund einzusehen sei allerdings nicht Jedermann vergönnt. Dieser Unterschied in den Gesetzen macht sich im Chinnuch besonders insofern bemerkbar, als bei sofort und dem gesunden Menschenverstände einleuchtenden Gesetzen der Grund zumeist nicht erörtert, sondern als bekannt bezeichnet wird, weil das in Bede stehende Gesetz eben einer Forderung der Vernunft entspreche3). Indessen fehlt es nicht an Beispielen einer mehr oder minder eingehenden Behandlung, wo das Einleuchtende als solches doch noch nachzuweisen ist oder wo neben dem Urtheil auch das Gemüth des Lesers gewonnen werden soll4). Doch selbst wenn in den Worten der heiligen Schrift Alles schon im Wesentlichen angedeutet ist, macht der Verfasser, eingedenk That 440, 2 den zweiten Grund nach. More III, 48 gieht und auf 2V. zu 1. Mos. 1, 29 keine Rücksicht nimmt. ף Ermmot 3, 1. 2; vgl. ibn esba Einl. zu 2. Mos. 20, 1. 2) More in, 26. 3) 232, 2: שרש מצור. זו ידוע כי היא מן המצות שהשכל מחייבן; ebenso 46, 2. 50, 2. 51, 2. 52, 2. 53, 2. 54, 2. 55, 2. 120, 2. 219, 2. 233, 1 Schl., 2 ,236 ׳. 415, 2 u. sonst. .2 ,535 .2 ,503 .2 ,464 .2 ,451 .2 ,450 .2 ,222 .2 ,206 ף

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