Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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22 über die Berechtigung und Verdienstlichkeit dieser Forschung ausgesprochen. Aber eben darüber gingen in früheren Zeiten die Meinungen weit auseinander. Gleichwie — sagt MAIMONIDES1) — neben der Weltan schaumig, welche in allem. Seienden eine höhere Vernunft findet oder sucht, eine entgegengesetzte yorkommt, welche überall nur den unerklärbaren Willen eines göttlichen Machthabers gelten lässt: so stehen in religiöser Beziehung Denen, welche allen Gesetzen der Bücher Mosetis einen vernünftigen Grund beimessen, Andere gegenüber, die verkehrter Weise die Göttlichkeit in die Willkür und Grundlosigkeit der Gesetzgebung setzen. Die ältesten Gesetzeslehrer, deren Aussprüche in Talmud und Midrasch uns erhalten sind, bekennen sich nach der Auffassung des MAIMONIDES zu der letztgenannten Ansicht im Allgemeinen nicht2), obgleich dieselbe, wie er an einer anderen Stelle bemerkt3), auch unter ihnen vertreten ist4). J) More HI, 26. 2) Das. u. Sef. harn. Verbot B65; vgl. nachmaotdes zu 5. Mos. 22, 6. 3) More m, 48. Uebrigens macht schon r. lipmann heller (Tosaf. Jomtob zu Berach. 5,3) darauf aufmerksam, dass maimqntoes hier verwerfe, was er in Mischne Tora Hilch. Tefilla 9, 7 gelten lasse. 4) maimonides fuhrt die Mischna (Berach. 5, 3 Megilla 4, 9): לואומר קן צפור יגיעו רחמיך וכו, an» WOZU die Erläuterung der Gemara hinzukommt: מפני שעושה מדוחיו של הקב״ה רחמים ואינן אלא מרוח• — Sollte übrigens auch diese steile, wie nachmanides zu 5. Mose 22, 6 zu zeigen sucht, nicht beweisen, was madionides darin gefunden, so fehlt es darum nicht an Wahrnehmungen, die zu gleicher Folgerung führen. So bemerkt man z. B., dass in talmudischen Kreisen die Frage nach dem Grunde einer in der Schrift selbst gegebenen oder angedeuteten An- Ordnung ganz befremdlich, ja unmöglich gefunden wird. Lehrreich ist in dieser Beziehung die Stelle im Talmud (Bosch haschana 16a): יצחק למה תוקעין S אמר בר״ה? ("למה תוקעין?" רחמנא אמר תקעו! אלא למה מריעין? "מריעין?" רחמנא אמר זכרון תרועה1 אלא למה חוקעין ומריעין כשהן יושבין ותוקעין ומריעין כשהן עומדין?) כרי לערבב את השטן• Die hier eingeklammerten Zwischenfragen und Aenderungen sind von späteren Amora’s in den wörtlich überlieferten älteren Ausspruch in gewohnter Weise eingeschoben; die Antwort am Schlüsse, deren Werth hier nicht in Betracht kommt, passt zu der ursprünglichen Frage des r. isaak sehr wohl, während sie der abgeänderten Frage nicht ohne Zwang sich anschliesst (s. raschi z. st. u. Aruch s. v. 1 ערב)• Vgl. auch Sanhedr. 16b: אין עושין עיר הנדחת בספר׳ מקרבך אמר רחמנא ולא מן הספר חניא וסמוכה לספר אפילו אחת ישראל• ותיפוק לי דמקרבך pאין עושין• מאי טעמא? שמא ישמעו עכר׳ם ויחריבו אח א אמר רחמנא ולא מן הספר? רבי שמעון היא דדריש טעמא דקרא•