Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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21 tragen.« »So« — heisst es an einer anderen Stelle1 *) — »werden ihnen die heiligen Gesetze geläufig werden, ihre Gedanken einen edlen Inhalt gewinnen und das tändelnde Spiel mit den Zahlen weichen müssen der Kenntniss der ernsten und gewichtigen Zahl, welche die Summe ihrer Pflichten ihnen anzeigt.« Zweites Capitel. Begründung• der Gesetze. Nächst der Nachweisung und Erläuterung der pentateuchischen Gesetze, welcher der besprochene erste Theil der jedesmaligen Behandlung gewidmet worden, ist es besonders der Inhalt des je zweiten Theiles, die Angabe nämlich der vernünftigen Gründe für die einzelnen Vorschriften, wovon der Verfasser einen wohlthuenden Einfluss auf die Jugend sich verspricht. Dieser Theil ist nach seiner Ansicht so recht geeignet, das warme Herz der Kinder zu gewinnen und für ein von Liebe und Verehrung begeistertes Studium der Gesetze geneigt zu machen. Diesen Theil hat der Verfasser denn auch besonders im Auge bei der Bezeichnung seiner Schrift als Sefer hachinnuch, als »Buch der Vorbereitung und Anleitung«3 4). Wir haben bereits oben3) gesehen, dass es insbesondere zwei Männer gewesen, welche dem Verfasser für diesen schwierigen Theil seiner Schrift trefflich vorgearbeitet: MAIMONIDES im More NebuchimF) und NACHMANTDES in seiner Erklärung des!Pentateuch. Sie hatten sich schon dadurch ein grosses Verdienst erworben, dass sie überhaupt dieser Art von Forschung den Weg gebahnt, dass sie die denkende Betrachtung der Gesetze durch ihr Beispiel als ein frommes, nicht nur den Geist erhellendes, sondern auch die Gottesfurcht und Anhänglichkeit erhöhendes Beginnen gerechtfertigt und bezeugt hatten. Daher finden wir im Ghinnuch wohl die Besorgniss eigner Unzulänglichkeit für die Grösse der Aufgabe5), nirgends aber einen Zweifel ף Einleitung (הקדמה) gegen Ende. 8) Einleitung zu 4. Mose u. Nr. 397. ף S. 10. 4) III 26—49. Auch in den zwei älteren Werken Sefer hamizwot (z. B. Verbot 317) und Mischne Tora giebt maimonides nicht selten die Gründe der Gebote an. 5) Einl. geg. Ende; Einl. zu 4. Mose; 152, 2. 397.