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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1871-01-01 · 1871 · page 20

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720939--019-2722441
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17 für die Vollständigkeit seines Hauptwerkes ansah, wurde er um so mehr bestimmt, dem Zuge seines Geistes auch in jener Vorarbeit zu folgen und nur auf Grund umfassender und wohldurchdachter Regeln diejenigen Forderungen und Aussprüche des Pentateuch zu ermitteln, welche als Gebote und Verbote wirklich zu zählen seien. Mit dem ihm eignen Scharfblicke hat MAIMONIDES die Punkte erkannt,yon denen die Verstösse seiner Vorgänger ausgegangen, und in vierzehn Sätzen, die er ausführlich erläutert und begründet, die Regeln1) aufgestellt, denen jede richtige Zählung der Gesetze folgen müsse. Dieselben sind so einleuchtend und überzeugend, dass selbst NACHMANIDES, welcher sich des R. SIMON KAHIRA als einer altehrwürdigen Autorität annehmen zu müssen glaubte, nur theilweise gegen sie oder ihre Begründung Einspruch erhebt und auch in diesem Falle manche schliesslich zugiebt2). Von diesen Regeln geleitet, wies dann MAI- MONIDES in dem Buche der Gesetze zuerst die 248 Gebote, dann die 365 Verbote des r. SIMLAI nach, indem er überall in gedrängter Kürze die etwa erforderlichen Erklärungen und Bemerkungen hin- •zufügte. Die Arbeit des MAIMONIDES bildete einen Wendepunkt in der einschlägigen Literatur; es war kaum mehr möglich, zu der früheren Regellosigkeit zurückzukehren. Auch die selbständig arbeitenden Männer, wie R. MOSE AUS COUCY in seinem Buche der Gesetze3) und NACHMANIDES in seinen Bimoürfen (השגות) zu des MAIMONIDES Schrift nahmen verhältnissmässig wenige Aenderungen in der Aufzählung der Gesetze vor. Hierbei wichen diese Männer übrigens nicht allein von MAIMONIDES, sondern zum Theil auch von einander ab4). Kehren wir nun zu unserem Ghinnuch zurück, so hatte dieses der populären und Jugendbelehrung gewidmete Buch keine Veranlassung, in den eben erwähnten noch streitigen Punkten überall eine Ent- Scheidung zu treffen oder gar neue Einwendungen im Einzelnen gegen x) שרשים, hei eachmanides עיקרים• a) So z. B. am Schlüsse seiner Einwendungen gegen Regel 1. 8) Ygl. im vorigen Abschnitte S. 10. 4) Eine Zusammenstellung dieser Abweichungen s. bei BARtrcil hetlprin in Mizwot haschem fol. 76 b ff. 2

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