Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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16 Geboten und Verboten im Pentateuch herauszufinden, da es z. B. nicht gewiss ist, ob Anordnungen von ganz vorübergehender Bedeutung in jener Zahl einbegriffen sind, da ferner vermöge der im Hebräischen vorherrschenden Satzverbindung mit ״und“ (]י׳) an vielen Stellen schwer zu entscheiden ist, ob ein Ausspruch lediglich als Grund oder Folge einer Vorschrift oder vielmehr als selbständige Forderung aufzufassen sei; da ferner in manchen Fällen zu bezweifeln ist, ob Etwas als verboten oder als unnöthig hingestellt worden, ob zusammenfassende Ermahnungen und andererseits Anordnungen für die Einzelheiten der Ausführung als Gebote und Verbote noch besonders mitzuzählen seien oder nicht. Diese Zweifel, denen sich im Besonderen noch manche zugesellen, bewirken, dass bald zu viel, bald zu wenig Gesetze sich herausstellen, und so folgten denn die Meisten mit kleinen Abweichungen gern dem Manne, der sich zuerst der grossen Mühe unterzogen und leidlich seinen Zweck erreicht hatte. Nicht also MAIMONIDES. Schon der besondere Zweck seiner hierher gehörigen Arbeit legte ihm die grösste Sorgfalt und selbständige Prüfung auf. Als er nämlich nach Vollendung seiner Erklärung zur Mischna jenes grosse Werk Mischne Tora, welches das ganze Schriftliehe und mündliche Gesetz umfassen sollte, auszuarbeiten unternahm, genügte es ihm nicht, den aus allen halachischen Quellen gesammelten Stoff in klarer und übersichtlicher Weise darzustellen; er wollte überall von dem biblischen ürsprunge ausgehen und ihn zur Grundlage seiner Anordnung und Eintheilung machen. Dies führte ihn darauf, an der Spitze jedes Abschnittes die darauf bezüglichen Vorschriften des Pentateuch namhaft zu machen und alles Andere nur als deren weitere Erläuterung und Ausführung hinzustellen. Um dies aber mit voller Sicherheit, ohne Lücke und Verstoss thun zu können, dazu schien ihm eine Vorarbeit unerlässlich zu sein, die eben in der Fest- Stellung der pentateuchischen Gesetze nach der überlieferten Zahl bestehen sollte, und sie ist es, welche uns in dem Buch der Gesetze vorliegt1). Indem MAIMONIDES so die Uebereinstimmung mit jenen Zahlen des ß. SIMLAI als eine unentbehrliche und zuverlässige Bürgschaft 1l maimonides , Einleitung zu Sefer hamizwot.