Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 10)
- Language
- German
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7 seinen Worten fühlbar macht, zeigt sich an der beredten Ausführlichkeit, der wir in seinen Auseinandersetzungen nicht selten begegnen; wir erkennen es an den ihm wie unvermerkt entschlüpfenden Worten eines Wunsches oder ׳einer Mahnung in diesem Sinne1). Die Frische und Wärme, die uns so oft in dem Buche anzieht, ist aber noch einem anderen Umstande zuzuschreiben. Der Verfasser geht nicht an seine Arbeit mit durchgängig fertigen Resultaten2). Er sucht vielmehr und forscht gleichsam vor unseren Augen, zieht seinen Leser dadurch mit zu selbstthätiger Theilnahme an seiner Aufgabe heran und hat deshalb, auch wo er nicht befriedigt, das Verdienst, zum Nach- und Weiterdenken angeregt zu haben. Zuweilen sieht und gesteht er selbst in liebenswürdiger Offenheit die Unzulänglichkeit seiner Aufstellungen ein3); bei anderen Gelegenheiten ist das Gesagte ihm selbst neu, und bekräftigt er es durch Geltendmachung seiner eignen Ueberzeugung4) oder durch Berufung auf das unbefangene Urtheil des Lesers5). Es ist die Liebe zum heiligen Gesetze, es ist das Verlangen, auch tiefer Liegendes zu erkennen, was seine Feder führt, selbst wo er seines Erfolges nicht sicher ist6). Dieses Ringen ף So z. B. schliesst er (Nr. 418) eine Erläuterung mit den Worten: »Wohl dem, der vor hörenden Ohren redet«; ein anderes Mal (420): »Mein Sohn, sieh, 0 sieh, um wie viel mächtiger unsere Sinnlichkeit auf uns einwirkt als unser Geist!« — Die Erläuterung des biblischen Gesetzes, den Fremdling mit Liebe zu behandeln (5. Mose 10, 19), begleitet er zum Schlüsse mit der Bemerkung: »Aus diesem köstlichen Gebote haben wir auch die Lehre zu ziehen, wie wir liebreiche Theilnahme jedem Menschen zuwenden sollen, der an einem fremden Orte lebt, getrennt von seinen Angehörigen...; wir sehen, es ja, wie unsere Lehre uns ausdrücklich mahnt, gern Jedem beizustehen, der der Hülfe bedarf. Im Besitze solcher Eigenschaften werden wir auch der liebenden Fürsorge Gottes würdig und des Himmels Segnungen kommen auf unser Haupt u. s. w. (429 Schl.). ף Eini. geg. Schi. ואינני חועזב וגוזר להגיע אל האמת על כל פנים ... אלא שרוב חשקי לטבול קצה המטה ביערת דבש המצות דחקגי ליכנס ביער שאין לו חח ומין אך אמרתי מי יחן ותהי מחשבתי נטרדח בזה כל הימים• 3) 90:ועד אם שמענו טוב מזה נהזוק בו vgl• 102; 92:-־173;וכל זה איננו שוה לי והשומע ישמע והחדל יחדל (als0 ln etwas anderem Sinne als bei dem Propheten, Ezech. 8, 27). 4) 345 Schi.:•זה דרכי זך בעיני ואשר עמו התבוננות מבלי החפץ בקטרוג ימצא טעם בדברי:451 ף• 6) 397: וזה איננו ברור להשיג בענין כלום אלא שהבת הקדש והחשק להשיג יריעה ׳ •בנסתר יניד הקנה לכתוב