Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2720904-2720939--008-2722430- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 waren eine Art kleiner Akademien, deren Lehrziel nickt von der Pädagogik begrenzt wurde, sondern das unbeschränkte der Wissenschaft war. Daher war im Wesentlichen der Gegenstand des Unterrichts nichts Geringeres als was den Hauptinhalt des Talmud bildet, nämlich das Studium des Gesetzes. Und eben dafür will unsere Schrift eine Vorbereitung und vorläufige Anleitung gehen1). Deshalb wählt sie die mosaischen Gesetze, die aus Geboten (מצוות עשה) und Verboten (מצוות לא תעשה) bestehen, zur Grundlage ihrer vorbereitenden Belehrung. Auf diese Weise entsand unter der Hand des Verfassers rein Buch, welches durch die umfassende, wiewohl abgekürzte Besprechung aller Gesetze des Pentateuch die Bedeutung eines Compendiums der gesammten Gesetz es künde erlangte, zunächst zur Vorbereitung und Anregung dieses Studiums für die Jugend, dann aber auch zu leichtfasslicher Belehrung für Leser, denen tiefer gehende wissenschaftliche Bestrebungen fern lagen. Jene Wahl der Gesetze zum Ausgangspunkt und Ziel der religiösen Unterweisung kam aber der Aufgabe des Werkes noch in einer besonderen Hinsicht zu Statten. Die Gebote und Verbote wenden sich ihrer Natur nach unmittelbar an den Willen, indem sie die Pflege frommer und menschenwürdiger Gesinnung sowie Verwirklichung entsprechender Thaten und Lebenseinrichtungen fordern. Die Anknüpfung an sie bot also die erwünschte Gelegenheit, in den gegebenen Erläuterungen jenen zumuthenden Ton ohne Zwang anzuschlagen, der auch das Herz der Leser in Anspruch zu nehmen geeignet ist. Denn es ist dem Verfasser nicht allein um eine Bereicherung des Wissens, um die Erweckung richtiger Einsicht bei seinen Lesern zu thun; er will mehr erreichen; er will das, was er giebt, richtig aufgenommen, verarbeitet und weitergeführt, will es beherzigt und in der zukünftigen Lebensgestaltung des zu selbständiger Reife gelangten jugendlichen Geschlechtes bewährt wissen. Dieser Aufgabe seiner schriftstellerischen Thätigkeit sucht er mit seinem besten Wissen und nach dem Bedürfnisse seines Leserkreises zu genügen; es ist ihm Herzenssache, darin das irgend Mögliche in erspriesslichster Weise zu leisten. Das zeigt sich unverkennbar an der Wärme und Innigkeit, die sich so oft in •להרגיל הנערים ולהטעים להם בתהלת בואם לשמוע דברי ספר וכן׳:126 (J