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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 113

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 113 (sequence 115)
Language
German
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113 haben. Wie viel aber auch diesem Beweise an zwingender Kraft fehlt, liegt auf der Hand. Ueber die Pseudonymität unseres Buches auch nur noch Ein Wort zu sagen, nach Allem, was hierüber geschrieben ist, seitdem kein Geringerer als Hugo Grotius das Verdammungsurtheil ihr gesprochen hat,1) scheint überflüssig zu sein. Da aber gerade in neuerer Zeit Einspruch gegen dieses Urtheil erhoben worden ist,2) so mag zu den bekannten Gründen noch Folgendes hinzugefiigt werden. Unsere Schrift muss vor der Zerstörung Jerusalem^ geschrieben sein, wie oben (S. 93 f.) nachzuweisen versucht wurde; aber nicht Josephus kann sie in dieser Zeit verfasst haben. Josephus fühlte sich noch in späteren Jahren so wenig Herr der Sprache, in der er die meisten seiner Schriften abgefasst hat, dass er diese der stilistischen Feile von Mitarbeitern selber für bedürftig hielt.3) Ist es denkbar, dass derselbe Mann in seiner Jugend vor seinen Glaubensgenossen eine Predigt gehalten habe, die an Correctheit der Sprache den späteren Werken mindestens ebenbürtig ist, die aber durch ihre strenge Technik und durch flüssigen Schwung des Stiles4) weit über ihnen steht? Oder sollen wir annehmen, dass der jüdische Prediger seine Rede von heidnischen Rhetoren sich hat corrigiren lassen, wie der Geschichtschreiber die bessernde Hand seiner Freunde nicht zurüekwies? Ist es ferner denkbar, dass der eitele Mann, der von seinen früheren Werken und selbst von den noch ungeborenen Geisteskindern zu sprechen nicht müde wird, niemals Gelegenheit gefunden oder genommen haben sollte, seiner reichen und verdienstvollen Predigerthätigkeit zu gedenken, welche von dem Verfasser unserer Rede die nun schon so oft zu Hilfe gerufenen Worte 271, 19 bezeugen? *) Zu Luc. 16, 19. Die Gründe gegen die Echtheit findet man am vollständigsten bei Calmet a. a. 0. r. 474; Ewald IV3 632 f. Gfimm zu IV MB. p. 292 f. 2) ' s. Paret Des Flavius Josephus Werke p. 26 f. Aber auch Creuzer in Theolog. Stud. und Krit. 1853 p. 84. 86 und Reuss in Ersch und Gruber’s Encyklop. s. v. Josephus wagen kein entschiedenes Urtheil. 3) Josephus c. Ap. 1, 9. 4) s. oben S. 21 f. Dass gegen den tiefgreifenden Unterschied, der zwischen der Sprache des Josephus und der unserer Schrift besteht, die Uebereinstimmung in zufälligen Einzelheiten nicht geltend gemacht werden darf, hätte Paret a. a. 0. bedenken sollen. Mit denselben Gründen Hesse sich Philo’s Autorschaft erweisen, 8

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