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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 111

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 111 (sequence 113)
Language
German
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111 will, cwas nicht auf den ersten Blick* als'unter der Herrschaft dieser 'Schule stehend* erkannt wird.1) Am allerwenigsten aber hätte man unsere Schrift als Vertreterin dieser Lehren aufführen sollen. Den Beweis, dass sie dergleichen Lehren gar nicht enthalte und damit die Widerlegung des zweiten jener drei Scheingründe hat der zweite Theil dieser Untersuchungen zu geben versucht. Eben so trügerisch ist endlich die dritte Annahme, die nach Palästina setzt, was von jüdisch-hellenistischen Schriften nicht in Alexandria oder nach Alexandria, was nicht in Palästina entstanden ist. Soviel kann freilich mit Entschiedenheit behauptet werden, dass unsere Schrift aus dem Einflüsse palästinischen Lebens nicht hervorgegaugen ist. In Mitten einer nicht ganz hellenisirten Bevölkerung kann eine Predigt, wie die unsrige ist, nicht gehalten, sie kann am wenigsten in Palästina entstanden sein, cwo mau, wie Josephus angiebt, 'die nicht in Ehren hielt, die vieler fremden Völker Sprachen erlernt 'hatten und mit glänzenden Worten ihre Reden zierten*,2) in den Synagogen aber sicherlich nicht griechische Predigten hörte. Will man aber annehmen, dass sie in einer der Synagogen könne gehalten sein, die in Jerusalem von hellenistischen Juden besucht wurden,3) so zeugen auch hiergegen Ausdrücke wie 'Burg unseres Vaterlandes* (277, 21). So spricht doch, wie schon Ewald geltend gemacht hat4), Niemand in Jerusalem selbst. Ja auch die verhältnissmässige Ruhe der Betrachtung in einer Zeit voll dumpfer Gährung der kräftigsten Elemente, die Spärlichkeit der Anspielungen auf den Druck, den das Regiment der Römer ausübte, der stete Hinweis auf religiöses, nicht auf politisches Martyrium, alles dies zeugt für nicht palästinischen Ursprung; denn in den Griechenstädten, die selbständig zu sein entweder nie verstanden hatten oder längst entwöhnt waren, machte sich der äussere Druck sicherlich weniger fühlbar, als in dem unter der Fremdherrschaft *) Die aufgezählten Thatsachen werden von Niemanden geleugnet, denn sie sind unbestreitbar. Darum aber wird doch der Begriff des 'Jüdischen Alexandrinismus* mit Hartnäckigkeit festgelialten, wie eben gezeigt wurde. 2) Jos. Ant. XX, 11, 2. TIccq ημΐν γά$ ουκ εκείνους αποδέχονται τους ποUr&v εθνών διάλεκτον έκμα&όντας, καί γλαφυρότητι λέξεων τον λόγον έπικουψεύοντας... 3) Α. Gr. VI, 9. , *) IV3 633.

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