Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 109

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 109 (sequence 111)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2720904-2720927--110-2722320
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

109 ‘erkannt werden sollte. Alexandrinische Schriften, welche ausserhalb jener Schule entstanden, wie das Buch der Weisheit und das Π MB. ‘sind seltene Ausnahmen \1) Das Baisonnement dieser Gelehrten stützt sich auf drei Gründe. Sie nehmen als sicher an, erstlich, dass es einen specifisch alexandrinisclien Kreis von religionsphilosophischen Anschauungen gehe; zweitens, dass jene specifisch-alexandrinischen Lehren in unserer Predigt anzutreffen seien — was nur Langen ein wenig einschränkt —; drittens, dass die jüdisch-hellenistischen Schriften, die nicht in Palästina entstanden seien, nach Alexandria gehören oder umgekehrt (nach Langen). Jede dieser Behauptungen ist zurückzuweisen. Alexandria ist freilich der Mittelpunkt des jüdischen Hellenismus; aber weder ist es der ausschliessliche Sitz dieser Bildung, noch spannt es die mannigfachen, religiösen Anschauungen und philosophischen Lehren in einen so engen Bahmen, wie ihn die Ausdrücke ‘alexandrinische Theosophie, alexandrinischer Mysticismus, allegorisch-mystische Schule* und ähnliche Schlagwörter bilden. - Von alexandrinischen Lehren und Lehrern die den palästinischen echt nationalen Bichtungen innigst befreundet sind, ist schon oben (S. 39) gesprochen worden. In Alexandria selbst sind griechische Schriften entstanden, die einer mystisch-allegorischen Schule gar nicht angehören. Zu solchen zählt Langen selbst die Sapientia und das Π MB.,2) ohne einzusehen, dass er damit sich aufs Gründlichste widerlegt hat. Denn eben jener Schule stehen doch auch noch andere alexandrinische Schriften wie das Aristeasbueh, wie die Gnomendichtung des Pseudo-Phokylides3) und was sonst ausser den Werken Philo’s und Aristobul’s in Alexandria geschrieben und gedichtet worden ist, mindestens nicht näher als die Sapientia. Mit welchem Rechte spricht man also von einer alexandrinisch -theosophisehen Schule, wenn die Mehrzahl alexandrinischer Schriftsteller ihr fern geblieben sind'? Ja, scheiden wir aus dem Gewirre von Lehrmeinungen, die wir innerhalb des hellenistischen, religionsphilosophischen Schriftthums oben (S. 38) kennen gelernt haben, Alles aus, was nicht A) a. u. 0. p. 78. a) a. a. 0. p. 78. Das II MB. gehört wahrscheinlich nach Palästina, s. Geiger Urschrift p. 226. 3) Ueber das Vaterland Ps. Phokylides’ s. Bernays a. a. 0. p. XXXIY.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.