Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 110)
- Language
- German
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108 wenn wir ihn für einen Alexandriner erklären/ Das sind sämmtliche Gründe Gfrörer’s, die Grimm in die Worte zusammendrängt: 'Seiner 'Form wie seinem Inhalt und Geiste nach kann unser Buch nur einen 'alexandrinisckeu Juden von philosophischer Bildung zum Verfasser 'haben/ Damit glaubt Grimm der Mühe sich überheben zu können, weitere Beweise beizubringen· , Dieselben Gründe auf die Spitze getrieben finden wir bei Langen. Merkwürdiger Weise führen sie ihn aber auf ein ganz abweichendes Resultat: 'Der Einfluss des alexandrinischen Geistes’ auf unsere Schrift, glaubt er, sei unverkennbar.1) Er äussere sich unter Anderem in der 'ächt philosophischen’ Definition der Weisheit,2) in den 'dem hebräischen Geiste nicht geläufigen Abstractionen’, 'göttliche Gerechtigkeit, Vorsehung für die in Strafen oder Leiden der Menschheit thätige Gottheit’. 'Die Vergleichung der makkabäischen Mutter und deren Söhne 'mit dem Monde und den Sternen, zumal die Bemerkung, sie habe 'ihre Kinder den Lichtweg geführt zur Frömmigkeit’ und Aehnliches beruhe 'auf mystiseh-theosopkiscker Anschauungsweise/ Aber dieser ' Einfluss des alexandrinischen Geistes’ ist ihm noch nicht entschieden genug ausgeprägt. 'Darin’, sagt er, 'liegt eben 'die Schwierigkeit, dass mitunter der Verfasser sich wie ein alexan- 'drinischer Theosoph geberdet und dann auch wieder eine so nüch- 'terne, historische Darstellungsweise vorherrschen lässt, dass an einen 'Alexandriner und an die allegorisirende Methode der ägyptischen 'Schule nicht gedacht werden kann’ 3). 'Ganz ähnliche oder noch 'stärkere Anklänge an den Alexandrinismus finden sich auch in der 'Literatur Palästina^ aus jener Periode vor’.4) 'Wenn somit das Buch 'nicht ausschliesslich alexandrinischen Lehrstoff und die von Alexan- 'drien her bekannte Methode’ enthalte, so sei höchst wahrscheinlich der Verfasser auch kein Alexandriner gewesen. 'Denn die dortige 'Richtung,5 fährt er fort, 'ist eine gar zu charakteristisch ausgeprägte 'und steht zu sehr unter der Herrschaft der Schule, als dass ein dieser 'Richtung angehöriges Werk nicht auf den ersten Blick als ein solches *) a. a. 0. p. 76. 2) a. a. 0. p. 75 f. *) a. a. 0. p. 74. 4) a. a. 0. p. 76.