Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 101)
- Language
- German
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99 aus der trajaniseh-hadrianischen Verfolgungszeit, und die Sage von Eleasar, der Mutter und ihren Söhnen ward vom zweiten vorchristlichen in das zweite nachchristliche Jahrhundert versetzt.1) Sucht man aber nach anderweitigen historischen Parallelen für die Erzählungen des zweiten und vierten Makkabäerbuches, so fehlt es auch an diesen nicht. Während der Bluttage unter dem Statthalter Flaccus hatte Alexandrien Auftritte erlebt, die ganz an die Zeit des syrischen Religionszwanges erinnerten. Frauen waren gezwungen worden, das Ceremonialgesetz zu übertreten, und die Weigerung, Schweinefleisch zu essen, zog ihnen Qualen zu, wie sie für die todesmuthige Aufrechthaltung des Ceremonialgesetzes nur die Grausamkeit der Syrer zu erdenken vermocht hatte.2) Ein anderer Zug aus der Leidensgeschichte unsere Buches hat sein Analogon an einer Geschichte, die als Schlussscene des erschütternden Dramas vom jüdischen Kriege Josephus erzählt.3) Er berichtet, wie der letzte Rest der Sikarier, die nach Alexandria geflohen waren, ein Opfer ihres fanatischen Patriotismus wurde. Sie hatten einen Aufstand zu erregen versucht, der im Keime erstickt worden war. Zum Tode geführt, konnten die furchtbarsten Martern auch nicht einen Einzigen bewegen, den-Kaiser als Herrn anzuerkennen. 'Alle hielten rihre Ueberzeugung trotz aller Qualen wie mit fühllosen Leibern aufcrecht und mit fast froher Seele ertrugen sie die Foltern und die cFlammen. Zumeist aber setzte die Zuschauer das Jugendalter der cKnaben in Erstaunen; denn auch von diesen konnte Keiner gezwungen “werden, den Cäsar Herr zu nennen/ Auf diese Zeit nun folgten die Aufstände unter Trajan und die. Religionsverfolgung unter Hadrian, die an Ausdehnung und Härte alle früheren Leiden übertrafen, und in denen es der Märtyrer nicht weniger gab, als nach den unverfänglichsten Zeugen die Zeit der syrischen l) Eine solche Verbindung von Zügen aus der römischen mit solchen aus der syrischen Leidenszeit zeigen selbst Josippon III c. 4 p. 179 f. Breith. und das arabische Makkabäerbuch c. 4 in der Lond. Polygl. IV p. 114 ff., obgleich beide das Martyrium in die syrische Zeit setzen. ‘Foelix’ beim Araber ist aber natürlich Nichts wie das verstümmelte 'Philippus/ a) Philo II, 563, 28 f. 3) b. J. VII, 10, 1 f. 7*