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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 91

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 91 (sequence 93)
Language
German
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91 IY. Seit den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart herab, von Eusebius!) bis auf Langen,* 2) hat die historische Kritik in seltener Uebereinstimmung das erste nachchristliche Jahrhundert als den Zeitraum angesehen, innerhalb dessen die Abfassung unserer Schrift anzusetzen sei. Diese Annahme wird durch Alles das bestätigt, was die voraufgeschickten Untersuchungen über Form und Inhalt unserer Predigt festzustellen vermocht haben. Als sie entstand, muss schon eine längere Zeit über die grossen Glaubenskämpfe unter Antiochus Epiphanes hinweggegangen sein. Die Ueberlieferung ist schon zur Sage geworden; die Personen treten in der unbestimmt schwankenden, verklärten Gestalt auf, die sie erst anzunehmen pflegen, wenn die frische Erinnerung an selbst Erlebtes oder von Augenzeugen Gehörtes verschwunden ist und eine ferne Vergangenheit einen Heiligenschein um ihre Helden verbreitet. In diesem verklärten Lichte heiliger Sage erscheinen aber die geschilderten Ereignisse schon in der Quelle des zweiten und vierten Makkabäerbuches, dem Werke Jason’s von Kyrene: wir werden daher mindestens in das erste vorchristliche Jahrhundert hineingewiesen, wenn wir den Zeitpunkt bestimmen wollen, jenseits dessen unsere Schrift nicht abgefasst sein kann.3) In das erste nachchristliche Jahrhundert aber heraufzusteigen, zwingen uns wenn auch nicht unbestreitbare Daten, so doch Wahrscheinlichkeitsgründe von nicht geringem Gewichte. Unsere Predigt kann nicht lange vor der Zeit entstanden sein, *) h ecd. III, 10. 5) A. a. 0. p. 81. 3) Ein höchst unsicherer Anhaltspunkt für clie Beantwortung unserer Frage ist clie Stelle .298, 21. Aus ihr will Grimm (p. 358 f.) schliessen, dass Ps. Josephus schon die apokryphischen Zusätze zu Daniel gekannt habe, weil er die Genossen Daniel’s wie in den LXX (3, 25) bei ihrem hebräischen Namen nenne. Wie dieser Schluss an und für sich ein überaus gewagter ist, so macht ja Grimm selbst auf eine Abweichung von den LXX aufmerksam. Wenn aber Grimm (p. 294) und mit ihm Langen a. a. 0. p. 82 aus 276, 7 schliessen wollte, das Buch müsse.,nach dem Sturze der Hasmonäer verfasst sein, so ist durch die oben (S. 81) angeführte und Note 15 begründete Emendation der Stelle dieser Beweis hinfällig geworden,

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