Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 91)
- Language
- German
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89 Nachbarvölkern, 13, 1—26 die Unternehmungen des Lysias unter Antiochus Eupator gegen die Juden zum zweiten Male erzählt werden, die schon früher 10, 9—38 und 11, 1 — 12, 1 geschildert worden waren. Auf solche verschiedene Berichte lassen auch Widersprüche anderer Art schliessen, wie die Thatsache, dass Timotheus 10, 37 getödtet sein soll, der im zwölften Capitel wieder einen Feldzug gegen die Juden unternimmt, wie das II MB. 9, 29 und 13, 23 von Philippus Erzählte, verglichen mit I MB. 6, 63 und Josephus Ant. ΧΠ, 9, 7, , sowie die Widersprüche in den Angaben über das Ende des Antiochus1) und Anderes. Ist nun hieran nicht zu zweifeln, so ist es auch leicht erklärlich, woher der widerspruchsvolle Bericht des Π MB. und die Abweichungen im IV MB. stammen. Jason hatte zwei von einander abweichende Berichte mitgetheilt, das II MB., dessen Verfasser nirgends fahrlässiger ist als gerade hier, sie in einander gewirrt, das IV MB. bloss den kürzesten von beiden gegeben. Diese Erörterungen, so kleinlich sie zu sein scheinen, führen doch zu nicht ganz unwichtigen Resultaten. Forschungen über das Verhältniss des zweiten Makkabäerbuches zu seinem Original sind eben so häufig wie vergeblich unternommen worden; denn es gab kein sicheres Mittel, die Zuthaten des Epitomators von dem Stoffe, den die Quellenschrift ihm bot, zu scheiden, und selbst richtige Urtheile blieben, was sie waren, Vermutliungen. Ist diese Untersuchung aber in der richtigen Weise geführt worden, so haben wir im vierten Makkabäerbuche eine zweite, wenn auch sehr dürftige Epitome aus Jason anzuerkennen. Damit ist nicht bloss ein sicheres Urtheil über den Werth und Unwerth Ps. Josephus’ als Historikers gewonnen, sondern auch ein Einblick in die Composition des zweiten Makkabäerbuches und eine wenn auch beschränkte Kenntniss, ja selbst die theilweise Restitution der Jasonischen Schrift; denn damit stehen unter anderen folgende Ergebnisse fest: 1) In Jason’s Werk sprach sich eine ähnliche religiöse Gesinnung aus, wie im II MB.; aber es war keine Parteischrift, wie dieses ist. 2) Einzelne Reden, die schon Jason’s Werk den handelnden Personen ]) Grimm zum II MB. p. 154. 2) Mit· der kühnen Hypothese Herzfeld’s (A. a. Ο. II p. 445 ff.) mich auseinanderzusetzen, scheint nicht geboten, da sie wohl als aufgegeben zu betrachten ist.