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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 86

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 86 (sequence 88)
Language
German
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86 denträger des Seleukidenreiches Heliodor beauftragt ward.1 2) Doch mau mag dem Berichte des Π oder des IV MB. mehr Grlauben schenken, oder alle Beide, was das Richtige zu sein scheint, als verdächtige Zeugen verwerfen, so viel steht fest, aus dem Π MB. sind die Angaben des IV MB. nicht hervorgegangen.®)' Eine andere Differenz zeigt sich bei der Schilderung der Blutscenen in Jerusalem. Nach dem II MB. (c. 5 f.) erobert der König auf seinem zweiten Zuge nach Aegypten Jerusalem, plündert den Tempel, tödtet 80,000 Menschen und zieht beutebeladen nach Antiochien ab. Seine Beamten sind es, denen der Auftrag ertheilt wird, das jüdische Volk zur heidnischen Religion und Sitte zu bekehren, und sie führen die Befehle des Königs mit schrecklichem Gehorsam an Frauen und Kindern, zuletzt an dem greisen Eleasar aus. Erst beim Martyrium der Mutter und der sieben Brüder tritt plötzlich der König selbst wieder auf und lässt diese ihre Treue gegen die väterliche Religion mit einem furchtbaren Tode büssen. Nach dem IV MB. (277, 24 f.) bleibt der König in Jerusalem; er selbst lässt Eleasar herbeischleppen und tödten, und auf seinen Befehl und in seiner Gegenwart wird die Mutter mit ihren sieben Kindern gemartert und hingerichtet. Wer Lust hat, kann auch hier vermuthen, dass Ps. Josephus’ Erzählung aus einer ungenauen Zusammenziehung des II MB. entstanden sei, obgleich es denn doch gar seltsam wäre, auch hier in dem schlechten Auszuge einen einfachen und glatt fortlaufenden Bericht zu lesen*, den verworren und mit einer anderen Erzählung verknotet das Original giebt. Nun aber stimmen mit IV MB. gerade in diesem Punkte die Berichte anderer Geschichtsschreiber überein, die weder das II MB. noch Ps. Josephus benutzt haben. Vor Allen spricht für die Anwesenheit des Königs, wenn nicht in Jerusalem selbst, so doch 1) Syncellus (Chron. 529, 7 Bonn.) zeigt daher Tuet, wenn er mit unscheinbarer Aenderung den Heliodor aus einem Reichskanzler (ό επί τών πραγμάτων) zu einem Schatzmeister (ο επί τών χρημάτων) macht. 2) Ewald nimmt an (IV3 880), 'dass diese ganze malerische erzählung’ des II MB. 'sicher erst dem letzten Verfasser des buches angehöre.’ Wie weit diese Behauptung zu beschränken ist, geht aus dem oben Ausgeführten hervor. Das Thatsächliche und selbst die Darstellung zum Theil geht auf Jason zurück: die übertreibende Ausschmückung ist tendenziöse Zugabe des Epitomators.

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