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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 84 (sequence 86)
Language
German
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84 Noch sind zwei Abweichungen zwichen beiden Büchern zu besprechen,. die, weil sie zunächst in die Augen fallen, bisher fast allein hervorgehoben worden sind. Die erste von diesen beiden besteht darin, dass nach dem II MB. Heliodor der Reichskanzler, nach dem IV MB. Apollonius der Statthalter von Syrien, Phönikien und Kilikien den Versuch auf den Tempel in Jerusalem unternimmt. Nicht weniger als 13 mal wild der Name des Heliodor, nur dreimal der des Apollonius vom H MB.1) genannt. Ja man begreift kaum, warum er überhaupt genannt ist; denn handelnd tritt er hier nicht auf. Die viermalige Wiederholung des Namens Apollonius im IV MB. schliesst auch hier die Annahme eines Schreibfehlers aus; die Verwechselung der Namen ist nicht zu erklären, wenn das HMB.Ps.Josephus Vorgelegen hat. Grimm zum IV MB. (3, 19) nimmt, um diese Abweichungen zu erklären, einef bloss gedächtnissmässige Benutzung* des H MB. an. Aber das wäre doch ein eigenthümlich construirtes Gedächtniss, das nicht bloss einzelne Wörter behält, sondern ganze Satzreihen in überraschender Aehnlichkeit nachbildet und unmittelbar darauf einen Namen, der 13mal ihm eingeprägt wird, den Namen eines hohen Würdenträgers zumal, eines Thronprätendenten mit dem Namen eines untergeordneten Statthalters verwechselt!a) Ebenso wenig lässt sich annehmen, dass das IV MB. aus ander: weitigen Quellen die Nachricht des II MB. berichtigt habe. Unser Verfasser zeigt seine Unkenntniss und Sorglosigkeit um Geschichte so offen, dass jeder andere Ausweg zugänglicher erscheinen muss, als dieser. Ein Mann, der den ersten mit dem vierten Seleukus verwechselt (276, 2), der Antiochus Epiphanes den Sohn des Seleukus nennt ') 3, δ. 7. 4, 4. An letzterer Stelle ist eine Interpolation sicher zu erkennen. βυνορών b Όνίας τό χαλεπόν της ψιλονεικίας, καί 'Απολλώνων μαίνεΰ&αι ώς τον Κοίλης Σνρίας και Φοινίκης ΰτρατηγόν ονναύξοντα την κακίαν τον Σίμωνος. Das hat überhaupt keinen Sinn, ώς vor τον könnte aus dem nächstfolgenden Satze ώς · τον βαΰιλέα hierhin verschlagen sein; aber wegen des Part. Fut. σννανξοντα kann es nicht wohl entbehrt werden. Die abermalige Bezeichnung des Ranges Apollonius’, nachdem derselbe schon 3, 5 angegeben worden war, ist auffallend und auch im II MB. ungewöhnlich: τον Κο'ύ.ης Συρίας καί Φοινίκης ΰτρατηγόν ist also als Interpolation, die wenigstens vor ώς gesetzt werden musste, zu streichen. 2) Flathe a. a. Ο. II p. 601 macht aus Apollonius uud Heliodor ein Zwittergeschöpf Apollodor. Seine Darstellung ist auch hier ein Gemisch von Ungenauigkeiten und groben Verstössen.

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