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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 83

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 83 (sequence 85)
Language
German
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IRI
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83 ι3, 14 f.) von den Jammerscenen in Jerusalem bei dem Versuche Heliodor’s auf den Tempel entwirft? Ps. Josephus sucht auf jede Weise den Tempel zu verherrlichen und ist ganz dem Engelglauben seiner Zeit ergeben. Würde er die effectvolle Schilderung der Engelserscheinung, wie wir sie II MB. 3, 25 f. lesen, in den schmucklosen Bericht 276, 32 f. umgewandelt, haben?1) Nein, Ps. Josephus hat aus Jason von Ivyrene geschöpft und des II MB. Schilderung gehört, wenigstens dem malerischen Detail nach, nicht der Quelle, sondern dem Bearbeiter selbst an. So allein erklärt es sich, dass das Geschichtsbuch pomphaft übertreibt, was nüchtern die sonst nicht weniger prunksüchtige Predigt erzählt. Es lässt sich auch nicht wohl denken, dass Ps. Josephus manchen feinen Zug sollte unbeachtet gelassen haben, den zum Erweise des Themas das II MB. ihm darbieten konnte. Freiwillig überliefert sich Eleasar den Henkern, und ungekeissen tritt er an das Marterwerkzeug heran 6, 19. 28. Das ist ein Motiv, das ein nach Effect so begieriger Mann, wie Ps. Josephus ist, schwerlich übergangen hätte; denn was konnte die Macht des Geistes über den Körper , die Herrschaft der Vernunft über Schmerz und Leid besser in’s Licht setzen, als dieser rührende Zug, der obendrein vollkommen der Gesinnung der Stoa entspricht?2) Auch manche Wendung, in welcher ausnahmsweise der bis zum Ueberdruss schön redende Epitomator feinen Geschmack zeigt, wäre von Ps. Josephus sicherlich eher benutzt worden, als vieles Gleichgiltige oder Unschöne. So z. B. das schöne Wort (7, 21): &ηλυν λογισμόν αοαενι Ουμφ όιεγείρεται, wo in geschickter Antithese gerade das Schlagwort von Ps. Josephus Verwendung gefunden hat. x) Dass man aber nicht mit Saüanus Annales A. AL 3870, XVI aanehmen darf, er habe absichtlich die Wundererzählung· des II MB. gemildert, weil er den Spott der Heiden fürchtete, ist darum klar, weil er nicht für Heiden schrieb, sondern vor Juden predigte. *) Seneca billigt die Worte des Kynikers Demetrius von ganzem Herzen Dk » prooid. V, 5: hoc unum de vobis, di inmortales, queri possurn, quod non ante mihi volnntatem vestram notam fecistis. prior enim ad ista venissem, ad quae nunc vocatus adsum. Yultis liberos sumere: vobis illos sustuli. Vultis aliquam partem corporis: suinite .... Vultis spiritum: quidni? nullam morara faciam, quominus recipiatis quod dedistis. A volente feretis, quidquid petieritis. Quid ergo est? Maluissem offerre quam traderet etc. 6*

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