Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 84)
- Language
- German
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82 Enthält so das IV MB. Zusätze, die sich nur aus der Benutzung des älteren, umfangreicheren Geschichtswerkes erklären lassen, so suchen wir in demselben vergebens manche Motive, die wir im II MB. finden und die gerade dem Prediger die besten Dienste hätten leisten können. Vergegenwärtigen wir uns nur Folgendes. Ps. Josephus wollte kein Geschichtswerk schreiben, sondern einer andächtigen Versammlung einen zugleich religiösen und philosophischen Gedanken durch Belege aus der Vorzeit erweisen. Ihm ist es daher nicht um historische Wahrheit, sondern um erbauliche Ausnutzung jener alten Erzählung zu' thun. Wo es seinem Zwecke dient,. scheut er selbst starke Uebertreibungen nicht und er hat einen Ueberschuss von dergleichen glänzenden Unwahrheiten selbst vor dem arg flunkernden Π MB. voraus. Nur Einzelnes sei hervorgehoben: Ein Statthalter Kölesyrien's und Phönikien’s ist Apollonius im II MB. Dies scheint dem IV MB. eine zu geringe Würde und er wird gegen alle Wahrscheinlichkeit zum Statthalter von Syrien, Phönikien und Kilikien gemacht (276, 10). Lanzenträger begleiten den Heliodor in den Tempel nach Π MB. 3, 24, ein grosses wohlgerüstetes Heer den Apollonius nach IV MB. 276, 20. 30. Jason verspricht dem Könige für die Uebertragung der Hohenpriesterwürde 590 Talente nach II MB. 4, 8 f., 3660 Talente jährlich nach IV MB. 277, 19. Dass die Syrer grausam in Jerusalem auftraten, berichtet auch das H MB.; aber dass c Jeder Einzelne von den Hebräern herbeigeschleppt wurde*, um seinen Glauben zu verleugnen oder gefoltert zu werden, erdichtet allein das IV MB. 278, 10. Eleasar stirbt nach II MB. -6, 30 den Tod durch Geisselhiebe, durch die furchtbarsten Folterqualen nach IV MB. 280, 20 f. 281, 30 f. Mit diesem offenbaren Streben nach Uebertreibungen, das aus vielen anderen Thatsachen in gleicher Weise hervorgeht, stimmt es nun aber recht schlecht, dass das IV MB. zuweilen die übertriebenen Angaben des Π MB. auf das bescheidenste Maass zurückführt. Würde Ps. Josephus sich mit der kühlen Angabe begnügt haben, König Seleukus habe ceiniges Geld* (χρήματα) zum Opferdienste gegeben (276, 2), wenn er die Angabe des H MB. (3, 3) gekannt hätte, wonach .jener falle Kosten* getragen haben soll? Würde Ps. Josephus die einfachen, farblosen Worte (276, 23 f.) gebraucht haben, wenn er die überschwängliche Schilderung vor sich gehabt hätte, die das Ή MB.